Dramatische Nacht für Retter und Nachbarn
25.12.2009 | 14:25 Uhr 2009-12-25T14:25:00+0100Unna. Der Anblick ist grotesk. Während auf der linken Seite des abgebrannten Hauses ein Feuerwehrmann über die Drehleiter eine weitere Leiche auf den Bürgersteig befördert, leuchtet auf der rechten Seite das rote Nikolauskostüm einer Puppe.
Sie sitzt auf einem Boot und hat diese furchtbare Katastrophe offenbar nahezu unbeschadet überstanden. Mindestens fünf Menschen aus Königsborn brachte das Weihnachtsfest 2009 den Tod.
„Es handelt sich um ein Haus, das sich kein Feuerwehrmann in seinen schlimmsten Träumen vorstellen mag”, sagte in der Nacht einer der Einsatzkräfte. „Schlimm” ist der braun- und beigefarben verklinkerte Altbau deshalb, weil er über viele Zugänge verfügt und über einen verwinkelten Anbau mit einem Dachgeschoss in Holzbauweise. „Es ist total unübersichtlich”, sagte später Wachleiter Olaf Weischenberg über das Haus, das genau gegenüber dem Firmengelände von APV Rosista liegt.
Wie lange es in den frühen Morgenstunden des 1. Weihnachtstages schon brannte, als die Feuerwehr um kurz vor 5 Uhr an der Zechenstraße eintraf, vermag derzeit niemand zu sagen. Doch das Feuer muss schon so lange gewütet haben, dass die Fensterscheiben des Anbaus bereits geborsten waren. Ob in dem Anbau der Brand entstanden ist, ist jedoch noch unklar. Die Brandermittlungen werden wohl noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Und trotz des schnellen und zahlreichen Eintreffens der Feuerwehr ist das Haus „auf beiden Seiten durchgebrannt”, schilderte Weischenberg am Freitagmittag. Auch die zwei Pkw in der linken Hauseinfahrt fingen – nach Auskunft der Feuerwehr vermutlich durch einen Kurzschluss – Feuer und brannten aus.
Sowohl die über 100 Rettungskräfte als auch die Nachbarn werden diese Weihnacht wohl nie vergessen. „Das Ereignis macht fassungslos und sprachlos”, sagte Unnas Bürgermeister Werner Kolter. „Unser Mitgefühl ist bei den Familien und Freunden und unsere Gedanken sind bei den Einsatzkräften.”
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