Disco ist Geldhahn der Brauerei
01.04.2011 | 15:48 Uhr 2011-04-01T15:48:00+0200
Unna.Der Disco-Betrieb mit seiner Gastronomie ist das Brot-und-Buttergeschäft des Trägervereins des Kulturzentrums Lindenbrauerei. Und ausgerechnet das bereitet den Verantwortlichen um Ge-schäftsführerin Regina Ranft und Vereinsvorsitzendem Uwe Weitkamp seit zwei Jahren Kopfzerbrechen. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am Donnerstagabend deutlich.
Die Gastronomie-Einnahmen setzen sich zusammen aus Kühlschiff (Disco und Konzerte) und Schalander. Sie betrugen im vergangenen Jahr insgesamt 554 000 Euro. „Dabei hat der Schalander einen höheren Kosteneinteil, weil er mehr Personal benötigt, was sich beim Gewinn niederschlägt“, so Regina Ranft. Wie viele Einnahmen die Bereiche jeweils erzielen, wurde nicht getrennt dargestellt.
Werden die Eintrittsgelder der Discoveranstaltungen von knapp 135 000 Euro hinzugerechnet, macht das einen Betrag von 689 000 Euro aus. Das ist mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen des Kulturzentrums Lindenbrauerei von 1,234 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Schuld am Liquiditätsengpass 2010 sei eben die Disco gewesen, so Regina Ranft. „In den Monaten von Mai bis einschließlich August fuhren wir mit der Disco Defizite ein“, so die Geschäftsführerin. Die lagen im genannten Zeitraum zwischen 15 000 und 30 000 Euro.
„Wir haben nun mal keine Klimaanlage, und bei Raumtemperaturen weit jenseits der 40 Grad kommen eben nur die Eisernen.“ Auch habe sich das Verhalten der Besucher geändert. Die wechselten am Abend häufiger die Lokalität. „Wir haben nicht mehr die langen Schlangen am Eingang wie noch vor fünf Jahren“, so Ranft. Dazu komme, dass es mittlerweile mehrere Discobetreiber in der Stadt gebe (siehe Infokasten).
Auch die Energiepreise seien gestiegen. Stichwort: Disco-Leuchteffekte. Auch seien die Kosten für den Sicherheitsdienst höher, weil mehr Personal erforderlich sei. „Die wirtschaftlich einseitige Abhängigkeit von der Disco ist unser Problem. Und das seit 20 Jahren.“
Man will durch Einsparungen versuchen, dass die Sommerdefizite nicht mehr in solcher Höhe aufliefen. Über Attraktivitätssteigerungen würde im Discobeirat permanent nachgedacht.
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