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Carlernst-Kürten-Stiftung

Die Harmonie von Eisen und Stein

24.04.2009 | 17:57 Uhr

Unna. Es sieht aus wie ein großes aufgeklapptes Buch mit einem mächtigen Spaltbeil darin. Tatsächlich biegen sich zwei dicke Steinplatten auseinander, dazwischen steckt eine mächtige Eisenplatte.

Eisen und Stein – ihr Verhältnis zueinander ist im Wesentlichen das Thema der neuen Ausstellung in der Kürten-Stiftung von Walter Hellenthal. Fast monumental wirken die Skulpturen im großen Raum.

Eisen und Stein haben ein Verhältnis. Das ist wichtig im Zusammenhang mit Hellenthals Bildhauerei. Denn auf den ersten Blick geben die kombinierten Stein-Stahl-Gebilde ein sehr gegensätzliches Bild ab. Hier die klaren Strukturen des Stahls oder Eisens, dort das raue Gestein.

Allerdings sind sich die Materialien ähnlicher als es scheint. Auf der Oberfläche des bevorzugt eingesetzten Anröchter Dolomiten setzen sich bräunliche Eisenerze ab. Prozesse, die über Jahrmillionen im Erdreich stattfanden.

Walter Hellenthal verarbeitet die Kontraste, bis sie fast eine harmonische Einheit bilden. So wie einst der Künstler Oskar Schlemmer in seinen Gold-Silber-Arbeiten. „Ein Schlüsselerlebnis für mich”, sagt Hellenthal über Schlemmers Arbeit, die dem bearbeiteten Material erstmals Emotion und Rationalität zuwies, Werte beimaß.

Auf den Anröchter Stein kam Hellenthal zufällig, 1971, durch einen befreundeten Künstler. Die Oberfläche tat es dem Mann aus Herdecke sofort an. „Der Stein hat mich bis heute nicht mehr losgelassen.” Dieser Satz steht ein wenig für seine Kunstwerke: Eisen und Stein, die künstlich zusammengefügten Materialien, lassen sich gegenseitig nicht los. Mit Hellenthal stellt, sagt Gastgeberin Waltraud Kürten, einer der jüngeren Weggefährten ihres Mannes in der Stiftung aus. Hellenthal war Student, als er den bereits angesehenen Carlernst Kürten traf.

Volker Stephan

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