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Fastenzeit

Das eigene Handeln überdenken

16.02.2010 | 16:26 Uhr
Das eigene Handeln überdenken

Unna. Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, also die Zeit, in der viele Menschen bewusst für 40 Tage auf ausgewählte Dinge verzichten, die ansonsten ohne Bedacht zum Alltag gehören.

Das Fasten bietet demjenigen, der sich darauf einlässt, die Möglichkeit, das eigene Handeln und Konsumverhalten zu überdenken und festgefahrene Gewohnheiten hinter sich zu lassen.

„Die Fastenzeit bedeutet für mich, dass man sich von Dingen löst, die man immer tut”, erklärt Pfarrer Norbert Nacke. „Sie ist also eine Art Umkehr und bietet die Möglichkeit, eine neue Richtung einzuschlagen.” Dabei komme es nicht darauf an, volle sechs Wochen lang zu verzichten, sondern seine Lebensgewohnheiten zu überdenken und einen Anfang für Veränderungen zu schaffen, die sich auf den Rest des Lebens auswirken können. „Ich versuche es auf dem klassischen Weg und bemühe mich, auf Alkohol zu verzichten und ruhige Zeiten in den Tagesablauf einzubauen”, sagt Nacke und empfiehlt: „Gemeinsam mit anderen fastet es sich besser, denn man merkt, dass man nicht allein auf dem Umkehrweg ist.”

Auch der gesundheitliche Aspekt, insbesondere die Ernährung betreffend, spielt für viele beim Fasten eine tragende Rolle. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten: „Auf Alkohol und Süßigkeiten, und dazu gehören auch süße Getränke, sollte zu allererst verzichtet werden”, rät Diätassistentin Claudia Standop. Stattdessen solle mehr Obst und Gemüse verzehrt und „das Übliche” wie Sahne und Speck weggelassen werden. „Wer diese Ratschläge ein bisschen beherzigt uns sich dazu ein wenig mehr bewegt, hat gute

Wie leben Kinder in anderen Ländern?

Chancen, ein paar Pfunde zu verlieren”, prophezeit Standop. Wichtig dabei: Wer plant, eine Heilfasten-Kur durchzuführen, sollte vorher unbedingt mit einem Arzt Rücksprache halten.

Aber nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder sollten für die Fastenzeit sensibilisiert werden. Doch auf welche Weise, und welchen Verzicht kann man Kindern überhaupt zumuten? „Kinder sind sehr aufnahmefähig”, weiß Brigitte Schleret, Leiterin des Familienzentrums Katharina. „Wir zeigen ihnen, wie die Kinder und Familien in anderen Ländern leben und vergleichen deren Leben mit dem eigenen.” In diesem Jahr ist das Thema Südafrika, die Materialien dazu kommen von Misereor. „Die Kinder erkennen, dass es den Gleichaltrigen dort nicht so gut geht”, beschreibt Schleret, „und dann stellen wir uns die Frage, ob wir nicht auch auf etwas verzichten können.” Denn mittels Dias und am Beispiel konkreter Familien wird eine Identifikation mit den Menschen in Südafrika geschaffen. „Unsere Kinder machen von sich aus Vorschläge und sagen, dass sie mal aufs Fernsehen oder auf Süßigkeiten verzichten”, führt Brigitte Schleret aus. Und das sei der beste Weg, um den Kindern nichts diktieren zu müssen.

Ingo Schmidt

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