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Betriebsrat am Ende der Schrumpfkur

11.01.2010 | 11:59 Uhr
Betriebsrat am Ende der Schrumpfkur

Unna. Gut ein halbes Jahr nach dem großen Aderlass bei Eberspächer (früher Purem) formiert sich die schrumpfende Belegschaft. Noch im Januar wählen die verbliebenen Abgassystem-Entwickler einen Betriebsrat, den ersten überhaupt. Dieser könnte auch auf die Stellenplan-Entwicklung Einfluss nehmen.

Die Unnaer Zweigniederlassung präsentiert sich im Jahr 2010 jedenfalls schlanker als zunächst angekündigt. Im Mai 2009 war die Produktion von Pkw-Auspuffsystemen in Unna komplett aufgegeben worden. 62 der damals 118 Mitarbeiter sollten den Job verlieren. Tatsächlich erhielten „nur” 52 ihre Kündigung, weil es für zehn Eberspächer Ersatzjobs am Haupt-Standort Esslingen gab.

Von 15 neuen Stellen wird nun die erste besetzt

Allerdings sind an der Heinrich-Hertz-Straße nicht 56 Arbeitsplätze erhalten worden. Aktuell arbeiten dort nur noch 42 Ingenieure und Techniker sowie fünf Leiharbeiter. Unternehmenssprecherin Gabriele Schoppe begründet das damit, dass befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert worden seien. „Das war auch so vorgesehen.” Für zwei weitere der 42 Festangestellten wird die Kündigung zudem erst 2010 wirksam.

Eberspächer hatte ferner im Frühjahr parallel zur Entlassungswelle angekündigt, mit dem Entwicklungsstandort Unna Marktführer auf dem Gebiet der Nutzfahrzeug-Abgasreinigung werden zu wollen. Dafür wollte der Zulieferer 15 zusätzliche Stellen schaffen. Wegen der Krise aber ganz behutsam, hieß es damals. Der erste neue Job werde nun in diesem Jahr vergeben, sagte Sprecherin Scholle auf Anfrage.

Personalchef: Keine Kurzarbeit

Personalchef Hans-Michael Diwisch sagte auf Anfrage, es habe in Unna zuletzt weder Kurzarbeit noch Personalüberhang gegeben. Die Auftragslage sei gut, die Entwicklungsabteilung für etwa anderthalb Jahre ausgelastet.

Für den neuen Betriebsrat eröffnet sich eine Menge Betätigungsfelder. Eberspächer Unna ist nicht tarifgebunden und hat mit den Mitarbeitern Einzelverträge ausgehandelt. In Fragen von Arbeitszeit, Entgelt und Arbeitsorganisation möchten die Angestellten nun mit einer Stimme sprechen.

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Volker Stephan

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