Auch nach der Lehre nicht ausgelernt
14.02.2010 | 15:37 Uhr 2010-02-14T15:37:00+0100Unna. Es ist immer noch ein feierliches Ereignis, wenn die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe die Nachwuchskräfte aus den Betrieben in den Gesellenstand erhebt.
Auch am vergangenen Sonntag gab es wieder warme Worte, gute Ratschläge und auch viel Lob für die erfolgreich ausgebildeten Lerhlinge des Kreises Unna.
135 ehemalige Handwerk-Azubis nahmen in der Erich-Göpfert-Stadthalle Unna ihre Gesellenbriefe entgegen. Für sie beginnt jetzt ein ganz neuer Lebensabschnitt. Wer von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen wird, den erwartet neben einem höheren Lohn vor allem die größere Verantwortung als Geselle – sie müssen jetzt für Fehler selber geradestehen.
Der beste Azubi
kommt aus Unna
Viele Ausbildungsbetriebe können oder wollen jedoch aufgrund der wirtschaftlichen Situation ihre ehemaligen Lehrlinge nicht übernehmen. Die Betroffenen trifft es hart: Sie müssen wieder ans Berwerbungen schreiben gehen, um möglichst schnell mit ihrer neuen Qualifikation eine Anstellung zu finden.
Festredner Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer der Arge Kreis Unna, kann die Gesellen beruhigen: „Eine Handwerksausbildung ist ein sehr sicherer Schutz vor Langzeitarbeitslosigkeit”, betont er in seiner Ansprache. Der Geschäftsführer der Arge nutzte die Gelegenheit, die anwesenden Firmenchefs zur Schaffung von Ausbildungsplätzen aufzufordern. Letztlich seien gut ausgebildete Mitarbeiter im besten Interesse der Arbeitgeber.
Am häufigsten hörten die jungen Gesellen am Sonntag den Hinweis, dass sie mit dem Ende der Ausbildung längst noch nicht ausgelernt haben. Konsequente Fort- und Weiterbildung und sei ein Leben lang der Schlüssel zu einem erfolgreichen Berufsweg.
Wohl auch deswegen stiftete die Handwerkskammer Dortmund einen Fortbildungsgutschein als Preis für den schulisch und betrieblich erfolgreichsten Auszubildeten. Den Gutschein durfte der 23-jährige Tischler Kay Weber aus Unna mit nach Hause nehmen.
Auch die übrigen Handwerks-Gesellen wissen: Sie dürfen sich nach dreieinhalb Jahren des ausdauernden Lernens in der Ausbildung nicht zurücklehenen. Nils Corhsen etwa verspricht: „Wir hören nicht auf, wir machen weiter.” Der Anlagenmechaniker aus Werne muss zwar nach der Ausbildung zunächst seinen Zivildienst ableisten, will danach aber seine Karriere vorantreiben. „Ein Studium wäre für mich das Fernziel”, erklärt Corhsen.
Mit einem weiteren Preis wurde Heiko Jorczik ausgezeichnet. Der Holzwickeder Konstruktionstechniker war durch gute Leistungen in Schule und Betrieb aufgefallen und bekommt von einem großen Versicherungskonzern eine Fahrt in einem Heißluftballon gesponsort.
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