Arge treibt 7 Millionen Euro ein
24.04.2009 | 14:46 Uhr 2009-04-24T14:46:00+0200Kreis Unna. Sie drücken sich, sie zahlen zu wenig oder gar nicht, sie wissen oft nicht einmal, was sie tun: Männer und Frauen sind in Fragen des Unterhalts so unwissend, nachlässig oder unwillig, dass die Arge Kreis Unna allein 2008 sieben Millionen Euro einzog.
Die Arbeitsgemeinschaft von Kreis, Kommunen und Arbeitsagentur (Arge) leistet mit ihren 399 Kräften soziale Fürsorge für knapp zehn Prozent der Menschen im Kreis Unna. 8650 von ihnen haben Probleme mit dem Unterhalt, dem zumeist geschiedene oder getrennte Väter den Müttern und ihren Kindern schulden – oftmals sogar unwissend über Verpflichtung oder Höhe. „Aber auch vorsätzlich“, sagt Wolfgang Lude aus dem Arge-Geschäftsführung: „So oder so, in vielen Fällen verzichten Frauen aber auch darauf, gegen ihre Männer vorzugehen.“
Arbeit ohne Grenzen
Das aber ändert sich allerdings schlagartig, wenn sie „Kunden“ der Arge werden und die für die Ansprüche einsteht. Ein spezialisiertes Team von 13 Mitarbeitern kümmert sich mittlerweile um ausstehenden Unterhalt bis hin zu einem Titel gegen den Schuldner - allein im vergangenen Jahr in 4 900 Fällen. Dabei kennen sie auch keine Grenzen. „Sie gehen bis zur Bundes-Staatsanwaltschaft oder recherchieren Aufenthaltsorte im Ausland“, berichtete Lude gestern im Rahmen der Arge-Bilanz-Pressekonferenz, „Wie gehen in Vorkasse und holen uns das Geld zurück.“
Der Mühe Lohn
Lohn der Mühen: Mütter und Kinder werden versorgt, die Arge holte im vergangenen Jahr sieben Millionen Euro herein und arbeitet zielorientiert für einen Schwerpunkt: „Alleinerziehende brauchen in ihrer Lebenssituation aktive Unterstützung“, sagt Arge-Geschäftsführer Thomas Neuhaus.
Übrigens: Gaube niemand, die Schuldner seien stets männlich und Frauen warten vergeblich auf das Geld: „In rund zehn Prozent der Fälle ist es umgekehrt“, weiß Neuhaus.
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