A 44 wird auf 12 Kilometern zum Nadelöhr
02.12.2009 | 07:49 Uhr 2009-12-02T07:49:00+0100
Unna. Autofahrer zwischen Unna und Werl werden Geduld brauchen. Ab 2014 wird ein 12 kilometer langer Abschnitt der A 44 auf sechs Spuren erweitert. Drei Brücken müssen dafür abgerissen und neu gebaut werden. Für mindestens drei Jahre wird der Autobahnabschnitt zum Nadelöhr.
In vier Jahren werden Autofahrer auf der Autobahn 44 zwischen Unna und Werl auf eine Geduldsprobe gestellt: Dann wird der zwölf Kilometer lange Abschnitt der Schnellstraße auf sechs Spuren erweitert und zu einem Nadelöhr.
Mehr noch: Die drei Autobahn-Brücken auf Unnaer Gebiet werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Grund: Die rund 40 Jahre alten Bauwerke können nicht auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden. „Da spielt die Statik nicht mehr mit”, sagt Christian Jung, Presesprecher von Straßen NRW für den Bezirk Sauerland, Hochstift. Dort ist man für Neubauten von Autobahnen in der Region zuständig.
Unlängst hätten Mitarbeiter der Behörde die Brücken im Bornekamp, am Kessebürener Weg/Fröndenberger Straße und im Bimbergtal auf ihre Statik überprüft. „Dabei sind die Statiker zu dem Ergebnis gekommen, dass die Konstruktionen abgerissen werden müssen, wenn die Autobahn auf sechs Spuren ausgebaut wird”, sagt Jung. Nur neue Brückenkonstruktionen könnten sechs Spuren tragen.
Drei Jahre lang soll der Ausbau der zwölf Autobahnkilometer zwischen Unna und Werl dauern, im Jahr 2014 beginnen. „Da hängt natürlich auch viel vom Wetter ab”, sagt Christian Jung. Wie teuer allein der Brückenbau in Unna wird, konnte der Behördensprecher nicht sagen. Nur soviel: „Für eine Brücke ist ein zweistelliger Millionenbetrag fällig”, berichtet Christian Jung.
Eine Brücke spannt sich auf Säulen übers Bimbergtal
Am aufwändigsten dürfte der Neubau der Autobahnbrücke im Bimbergtal sein. Sie spannt sich auf mehr als einem Dutzend Säulen über den Lünerner Bach. Beim Ausbau der Brücke über das Bornekamptal würde das Bauwerk bis an die Grundstücksgrenze der Jugendkneipe Beo rücken.
„Wir werden erst eine Fahrbahn erneuern und den Verkehr dann komplett über die noch verbliebenen Fahrstreifen in beide Richtungen leiten”, sagt Christian Jung. Eine Umleitung von der Autobahn über die B1 sei nicht erforderlich.
Die Planungen für die spätere A 44 begannen 1926. Die erste Veröffentlichung des Ausbaunetzes 1934 enthielt die Linienführung Hamm, Kassel, Eisenach, Dresden mit einer Ergänzungsstrecke, die in Dortmund begann und die Linie Hamm, Kassel etwa bei Geseke traf. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Arbeiten 1941 eingestellt. 1957 wurden die Planungen wieder aufgenommen und 1964 begannen die Bauarbeiten zur A 44 im eigentlichen Sinn. 1975 wurde das letzte Teilstück zwischen Wünnenberg und Soest freigegeben. Anfang der 70er Jahre baute man den Abschnitt auf Unnaer Gebiet.
0mitdiskutieren