Land unter auf der Salzwiese nach ein paar Stunden strahlenden Sonnenscheins : Tattoo-Fest: Auf einmal sind die T-Shirts unfreiwillig nass

Wer als Freund der Körperbemalung auf die größte Tattoo-Party weit und breit geht, der bekommt so schnell keine nassen Füße. Anders aber bei der 15. Tattoo-Party auf der Wiese am Salzweg. Wer sich vor dem Unwetter nicht in Sicherheit gebracht hatte, ging unfreiwillig baden.
Es war eine Art Woodstock 1969 für Hartgesottene mit einer Extra-Packung Schlamm. Dabei war die Kultveranstaltung für alle, die der gestochenen Körperkunst frönen, bei fast zu guten Bedingungen gestartet. Bei strahlendem Sonnenschein pilgerten Hunderte Gäste zur Salzwiese, um dem bunten Treiben zwischen Kindertrödel, Motorrad-Schau mit Jahrmarkt-Elementen beizuwohnen.
Gegen 17.45 Uhr dann der erste Wolkenbruch. „Es kam bei uns wirklich hammerhart runter – eine Stunde lang flogen uns die Zelte und Buden weg”, sagt der Organisator, Olaf Kraus. Blitzschnell verwandelte sich die Wiese in einen glitschigen Sumpf, die Besucher drängelten sich um einen halbwegs schützenden Platz unter den Bierständen. Doch selbst dort bekamen sie binnen Sekunden nasse Füße.
Der Sprint zum Auto bringt noch lange keine Heimfahrt
Eine Vielzahl der Gäste sprintete zu ihren Autos, kam aber nicht weg – die Scheibenwischer kamen gegen das Wasser nicht an. Auf der Bühne mussten die Pokalvergabe für das schönste Motorrad sowie die Versteigerung eines tätowierten und gepiercten Schweinekopfes zu Gunsten des Unnaer Tierschutzvereins abgesagt werden. Auch der geplante Miss-Wet-T-Shirt-Wettbewerb erübrigte sich.
In manchen Senken der Festwiese stand das Wasser einen halben Meter hoch, überschwemmte die Stromversorgung und sorgte für Stromausfall. „Das haben Leute aus der Nachbarschaft mitbekommen. Sie kamen sofort nach dem Regen mit Kabeln und Equipment”, erzählt Kraus. Binnen kurzer Zeit waren neue Leitungen gelegt. Nach dem Unwetter füllte sich das Festgelände wieder, die Band Mr. Blue spielte und Gogo-Girls tanzten dazu. Richtig schmutzig wurde es dann zumindest an den Füßen und Beinen während des Konzertes der bayrischen Band „Stahlzeit”, die Rammstein-Hits nachspielten und dem im Schlamm tanzenden Publikum mit harten Gitarrenklängen einheizten.
Trotzdem: "Geile Feier"
Trotz des Unwetters ist Olaf Kraus zufrieden: „Am Ende war es noch eine geile Feier. Ich muss aber wohl trotzdem draufzahlen”, sagt er. Auf einen Wolkenbruch 2009 kann er verzichten.










