Christian Jürgens : Ein Unnaer Junge auf dem Koch-Olymp

Unna. Christian Jürgens ist in den Koch-Olymp der Republik aufgestiegen: Die neueste Ausgabe des Restaurantführers "Gault Millau" bedenkt den Koch aus Unna mit 19 von 20 möglichen Punkten. Besser sind in Deutschland nur drei Köche mit 19,5 Punkten.
Der Unnaer Junge Christian Jürgens ist endgültig in den Kocholymp der Republik aufgestiegen. Der aktuelle Restaurantführer Gault Millau, der am Montag in München präsentiert wurde, bedenkt Jürgens mit 19 von 20 möglichen Punkten. Besser sind in Deutschland nur drei weitere Köche. Sie erhielten 19,5 Zähler. Neben Christian Jürgens dürfen sich in der Republik nur sieben weitere Köche mit 19 Gault-Millau-Punkten schmücken. Die Bestnote ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nie verliehen worden.
"Damit kann man nicht rechnen"
„Mit so einer Hochstufung kann man nicht rechnen. Es ist schon eine tolle Sache”, sagt der 40 Jahre alte Familienvater. Er betreibt seit vergangenem Jahr in Rottach-Egern am Tegernsee das Spitzenrestaurant „Überfahrt”. Zu seinen Stammgästen zählt unter anderen Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern München.
Von der bayerischen Pfalz an den Tegernsee
In der Zunft gilt Christian Jürgens, der bis 1984 in Unna lebte und zur Schule ging, als Überflieger. Nachdem er im August 2008 vom Restaurant „Kastell” auf der Burg Wernberg (bayerische Pfalz) an den Tegernsee wechselte, dekorierte der Gourmetführer Michelin bereits nach drei Monaten mit zwei Sternen. „Das hat es noch nie gegeben, dass ein sternloses Restaurant aus dem Stand mit zwei Sternen ausgezeichnet wird”, sagt der Spitzenkoch. Bis vorgestern hatte er schon stattliche 18 Punkte auf dem Gault-Millau-Konto. Zum Vergleich: Der omnipräsente Fernsehkoch Johann Lafer wurde auf Grund von „leblosen Saucen” , wie es in der Begründung heißt, von 17 auf 15 Punkte herunter gestuft. Das bedeutet in der Spielklasse der Großköche den Abstieg in die zweite Liga.
Stress für Koch und 14-köpfiges Team
Während die 19 Punkte von Christian Jürgens der Ritterschlag ist. Mit dem Prädikat „Höchstnote für die weltbesten Restaurants” umschreibt der Gault Millaut die Bewertung. „Damit kann ich leben”, so Christian Jürgens augenzwinkernd. Ohne sein 14-köpfiges Team in der Küche sei der aktuelle Erfolg aber nicht denkbar, sagt er. „Wir müssen uns jeden Tag neu beweisen.” Der Arbeitstag eines Spitzenkochs in der höchsten Liga ist lang und stressig. „Um 8 Uhr fangen wir an und es geht auch schon mal bis um halb eins in der Nacht”, berichtet Jürgens. Aber es mache Spaß, vor allem, wenn man solche Auszeichnungen wie die aktuelle ernte. Zurzeit hat er Zwangsurlaub. Die „Überfahrt” wird komplett umgebaut.










