18 Jahre: Tattoo-Party ist endlich volljährig
07.08.2011 | 14:21 Uhr 2011-08-07T14:21:00+0200
Königsborn.„Unser ‚Völkchen’ hat keine Angst vor Regen. Wir ziehen das durch.“
Tätowierer Olaf Kraus weiß wovon er redet, denn schließlich sind seine Kunstwerke von Haus aus wasserfest.
So erklären sich dann, trotz der Regenwarnung für vergangenen Samstag, die durchaus gut gefüllten Bierzelt-Garnituren auf der 18. Tattoo-Party auf der Salzwiese in Königsborn.
Das Programm der Party hielt für jeden etwas bereit. Kindertrödelmarkt, Bike Show, handgemachte Rock-Musik, handfestes Wrestling, Wet-T-Shirt-Contest – vom Essen und Trinken mal ganz zu schweigen. Aber vor all dem ging es natürlich um die Erzeugnisse der Handwerkskunst, die unter die Haut geht: Tattoos und Piercings.
Tätowierungen
nur im Studio
Schon ab 11 Uhr konnte man auf der Party im verdrehten Sinn seiner Haut was gutes tun. „Natürlich tätowieren und piercen wir nicht auf auf der Festwiese“, erklärt Partypate Olaf Krauß. „Hier können wir doch die Hygienestandards gar nicht erfüllen. Aber wer sich zu einem Tattoo oder Piercing inspirieren lässt, mit dem gehen wir direkt ins Studio nebenan.“
Das Studio in der Dorotheenstraße ist mittlerweile selbst Legende, ist es doch die Wiege der skurrilen Tattoosause. „Die erste Tattoo-Party habe ich zur Eröffnung des Studios veranstaltet“, erzählt der Tätowierer. „Dabei wollte man zuerst in Unna überhaupt kein Ladenlokal vermieten. Da haben die Leute über Tattoos noch die Nase gerümpft.“
Dickes Lob an das
Ordnungsamt Unna
In 18 Jahren hat sich die Ablehnung aber in Euphorie gewandelt und zu dem einen Studio in Königsborn sind drei weitere in den Städten Iserlohn, Soest und Ahlen hinzugekommen.
Und was damals als Einweihungsfete begann hat sich zur regelrechten Kultveranstaltung gemausert. Das sieht man heute auch bei der Stadt so. „Ich war mir nicht sicher, ob ich die Party im diesen Jahr würde stattfinden lassen können“, gesteht Kraus. „Seit der Loveparade haben Veranstaltungen wie diese strenge Auflagen. Ich wusste nicht, ob ich die alle Erfüllen kann, weil das teilweise auch eine Geldfrage ist und ich die Party komplett selbst finanziere.“ Die Rettung kam dann in Gestalt des Ordnungsamtes. „Die Jungs haben gesagt, dass die Party ‘ne geile Sache für Unna’ sei und es schade wäre, wenn sie ausfällt. Sie haben mich dann tatkräftig bei der Organisation unterstützt und plötzlich klappte alles und die Kosten blieben überschaubar.“ So scheinen auch die zukünftigen Auflagen der Party gesichert. Denn wetterabhängig ist die Party ja offensichtlich nicht.
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