13 Mio. Korken knallten für Kork
15.02.2010 | 22:00 Uhr 2010-02-15T22:00:00+0100Unna. Da kann die Gesellschaft für Abfallwirtschaft im Kreis Unna ruhig mal die Korken knallen lassen: Sie ist stärker als eine Eiche, ergiebiger als ein ganzer Eichenwald und effektiver als die Korkeichen im Mittelmeer-Raum.
In nunmehr 15 Jahren hat die GWA über 50 Tonnen Korken gesammelt und zählt damit zu den Spitzen-Lieferanten für das Epilepsiezentrum Kehl-Kork, wo die Korken sinnvoll wiederverwertet werden. Bereits seit 1994 organisiert die GWA-Abfallberatung im Kreis Unna die Sammlung der gebrauchten Flaschenkorken. „Von 1994 bis 2009 haben wir insgesamt rund 53,42 Tonnen Korken gesammelt”, so GWA-Sprecher Andreas Hellmich: „Wir haben sie zwar nicht gezählt, aber unsere Hochrechnung ergab, dass das rund 13 426 000 Einzelkorken sind.” Im Epilepsiezentrum Kehl-Kork (zwischen Karlsruhe und Freiburg) produzieren Beschäftigte der Behindertenwerkstatt aus den gebrauchten Flaschenkorken ein ökologisches Dämmstoffgranulat. Dieses Material ist als Wärme- und Schalldämmung eine umweltfreundliche Alternative zu geschäumten und energieaufwändig gewonnenen Kunstprodukten. Die Korkensammlung im Kreis Unna ist also ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz und sichert gleichzeitig Arbeitsplätze in der Behindertenwerkstatt. Für das Korkrecycling eignen sich ausschließlich die reinen Flaschenkorken. Andere Materialien, wie z.B. Kork-Pinnwände, Kork-Platten oder Kork-Tapeten erschweren dem Epilepsiezentrum die Arbeit. Da diese Materialien aufgrund der Inhaltstoffe (z.B. Kleber) und anhaftender Fremdstoffe die Qualität des Dämmstoffgranulates verschlechtern, müssten sie vom Epilepsiezentrum von Hand aussortiert und entsorgt werden. Mit der Einrichtung zahlreicher Kork-Sammelstellen im Kreisgebiet unterstützt die GWA die sinnvolle Korkverwertung. Die gefüllten Sammelsäcke werden an zentralen Sammelpunkten abgeholt und bei der GWA zwischengelagert. Ist eine entsprechend große Menge zusammengekommen, werden die Korken von einer Spedition auf Leerchargenbasis zum Epilepsiezentrum Kehl-Kork transportiert. Es entstehen also keine zusätzlichen Transportfahrten. Kork wird durch Schälung der Rinden der im Mittelmeerraum beheimateten und bis zu 20 Meter hohen Korkeichen gewonnen. Von der Neupflanzung der Eiche bis zur ersten Schälung vergehen 25 Jahre. Die Stämme dürfen nur alle sieben bis zwölf Jahre geschält werden, um die Bäume nicht zu schädigen. Kork ist Wasser undurchlässig, leicht, elastisch, schwer entflammbar, schwimmfähig, dämpft Stöße, isoliert, dichtet und ist somit beim Hausbau hervorragend einsetzbar. Für den einmaligen Gebrauch ist das Naturprodukt jedoch viel zu schade, denn es lässt sich sehr gut recyceln.
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