Zehn neue Lehrerinnen für Thai

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Was wir bereits wissen
Die deutsche Grammatik ist es, die Deutsch-Anfängern Kopfschmerzen bereitet. Anders im Thailändischen: Wer sich an diesen Exoten heranwagt, muss erst einmal Schriftzeichen pauken, bevor er sich an grammatikalische Feinheiten herantrauen kann. Zum Glück gibt es in Deutschland einige Fachkräfte, die Thailändisch nicht nur fließend sprechen, sondern auch vermitteln können. Ausgebildet werden sie in Langscheid.

Langscheid.. Die deutsche Grammatik ist es, die Deutsch-Anfängern Kopfschmerzen bereitet. Anders im Thailändischen: Wer sich an diesen Exoten heranwagt, muss erst einmal Schriftzeichen pauken, bevor er sich an grammatikalische Feinheiten herantrauen kann. Zum Glück gibt es in Deutschland einige Fachkräfte, die Thailändisch nicht nur fließend sprechen, sondern auch vermitteln können. Ausgebildet werden sie in Langscheid.

Gestern erhielten zum zweiten Mal zehn Dozentinnen für Thailändisch am Bildungszentrum Sorpesee ihre Diplome aus der Hand des Konsuls des Königlich Thailändischen Generalkonsulats. „Ein Geheimtipp“, sagt Generalkonsul Chamrasromran und lässt seinen Blick über die sommerlich funkelnde Sorpe schweifen. Er ist eigens aus Frankfurt angereist und genießt sichtlich die Sauerland-Idylle. Leider hat er nicht viel Zeit, sich mit dem Erholungswert der Region zu beschäftigen. Er ist gekommen, um zehn Dozentinnen für Thailändisch feierlich ihr Diplom zu überreichen und ist stolz darauf, dass die zehn Frauen nicht nur ihrer Heimatsprache treu geblieben sind, sondern diese auch auf hohem Niveau weitergeben können.

Motivation ist unterschiedlich

Geschäftsleute, hohe Beamte, Ehemänner von thailändischen Frauen, Adoptiveltern: Die Motivation, sich mit Thai auseinanderzusetzen, ist ganz unterschiedlich. „Manche deutschen Ehemänner von Thai-Frauen träumen davon, ihren Lebensabend in Thailand zu verbringen“, erklärt Kursleiterinn Rawiwan Bunnak Kaldrack. „Wir hatten auch schon einmal ein Paar, das ein Kind aus Thailand adoptieren wollte und vorher als Brücke die Heimatsprache erlernen wollte“, ergänzt Petra Bierhaus-Mölders (VHS Sundern-Arnsberg), die in Zusammenarbeit mit dem Königlich Thailändischen Generalkonsulat Träger der Fortbildung ist.

Um die Teilnehmer der Kurse nicht gleich völlig zur Verzweiflung zu bringen, lassen Rawiwan Bunnak Kaldrack und Yupadee Hiemer ihre deutschen Anfänger nicht erst einmal zwei Jahre Schriftzeichen pauken: „Wir machen immer auch ein wenig Konversation, damit man nach den ersten Wochen schon einmal in der Lage ist, sich vorzustellen und über seine Hobbys und Heimat zu sprechen. Die Schüler brauchen ja auch ein Erfolgserlebnis.“ Thai hat seine Tücken, denn das gleiche Wort kann je nach Aussprache ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.

Über Umwege nach Langscheid

Nach Sundern kamen die Thai-Frauen übrigens über einen Umweg über das Nachbarland Indonesien: „Eine Bekannte von mir hat zwei Jahre in Indonesien verbracht und sollte hier einen Indonesisch-Kursus aufbauen“, erzählt Petra Bierhaus-Mölders. Leider fand sich nur eine einzige Teilnehmerin, der Kursus kam nie zustande. „Die eine Teilnehmerin fragte aber, ob wir nicht auch Thailändisch anbieten. Und die Indonesisch-Dozentin kannte wiederum Rawiwan Bunnack Kaldrack aus Siegburg.“ So kam Sundern nicht nur zu einem Thailändisch-Grundkursus, sondern auch zu dem bundesweit einmaligen Fortbildungs-Kursus für Thai-Dozenten.