Wunschtraum geht in Erfüllung

Sundern..  Der 26. Mai 1955 war ein besonderer Sonntag: 34 Diakone empfingen durch Erzbischof Lorenz Jaeger die Priesterweihe. Mitten unter ihnen der langjährige Pastor von Sundern, Geistlicher Rat Gottfried Springmann (85). Die Zeit danach war voller spannender Erwartung, wohin der Weg wohl führe. Am 16. Juni 1955 herrschte dann erste Klarheit mit der Einberufung als Aushilfe in der Pfarrei St. Bonifatius in Herne, Gehalt: „313,45 DM“, so der Jubilar.

VW gebraucht gekauft

Weitere Aushilfen, ein Pfarrexamen und ein erster VW-Gebrauchtwagen mit Zwischengas folgten bis der junge Springmann schließlich im Januar 1971 in Sundern landete. 60 Jahre sind nun vergangen, eine bewegte Zeit in der Gottfried Springmann wie ein erfahrener Geselle in Sachen Seelsorge stets zur Verfügung stand. „Jeder hat in dieser Zeit Spuren hinterlassen und von jedem hat man gelernt“, sagt er rückblickend. Vor allem an die Zeit mit seinen ehemaligen Mitvikaren in Weidenau und Hamm und natürlich den Vikaren in Sundern erinnert er sich gern zurück. Seine jetzigen Mitbrüder Michael Schmitt und Pater Wilhelm Wöstheinrich gestatten ihm einen angenehmen Ruhestand ohne Langeweile. Wenn Gottfried Springmann an die bereits 17 verstorbenen Mitbrüder seines Weihejahrgangs denkt, empfindet er große Dankbarkeit für die eigene Gesundheit.

„So ist es uns vergönnt gemeinsam am Sonntag das 60- jährige Priesterjubiläum zu feiern. Am Tag des Gold-Jubiläums war die Feier des Diamantenen Jubiläums ein Wunschtraum in ferner Zukunft. Die Gesundheit hat gehalten. Dafür gilt es Gott zu danken“, bekennt der Jubilar.

Vorbereitung im Kloster Varensell

Vorbereitet hat er sich mit einem einwöchigen Aufenthalt im März im Kloster Varensell: „Das half bei der geistlichen Vorbereitung und natürlich steckt in der Organisation des Festes auch viel Vorbereitung.“ Da gingen die Gedanken auch zurück an den Anfang: „Schon zu meiner Schülerzeit wollte ich immer Priester werden, denn in unserer Gemeinde gab es einen Jugendseelsorger, der den Beruf sehr schmackhaft gemacht hat.“ Bereut hat er die Entscheidung nie: „Den Beruf habe ich innerlich immer bejaht und nie eine Versuchung verspürt. Der Wunsch blieb stets gradlinig. Meinen Beruf habe ich nie zweifelnd hinterfragt“, sagt er heute. Und Schwierigkeiten? „An drei Stellen war ich nur als Aushilfe tätig. Das war recht schwierig mit der Wohnung damals.“

Es hängt nicht nur an den Priestern

Und der Blick nach vorn: „Die Kirche hat nicht mehr die tragende Kraft wie zu meiner Jugendzeit. Da war der Glaube viel selbstverständlicher. In den Gemeinden muss das Bewusstsein wachsen, dass der Zustand nicht nur an den Priestern hängt, sondern auch vor allem von den Gläubigen und deren Glaubenszeugnis abhängt.“