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Wie sah Banden-Hierarchie aus?

23.01.2015 | 12:00 Uhr
Wie sah Banden-Hierarchie aus?
Hochwasserschäden in HachenFoto: KRISCHER

Arnsberg/Hachen.   Der Letzte der Bande, die in den Jahren von 2003 bis 2007 in der Umgebung von Frankfurt und in Hachen profimäßig im großen Stil Marihuana angebaut hatte, hat sich seit Mitte Dezember letzten Jahres vor dem Landgericht Arnsberg wegen bandenmäßigen, unerlaubten Anbau und Handel von Marihuana zu verantworten.

Von der zehnköpfigen Gruppe sind bereits alle anderen abgeurteilt und haben ihre relativ hohen Haftstrafen bereits schon abgesessen. Der 47-jährige Angeklagte konnte erst kürzlich nach der Festnahme in seiner Heimat, in Kroatien, wohin er nach dem Auffliegen der kriminellen Vereinigung abgetaucht war, aufgespürt und nach Deutschland ausgeliefert werden. Jetzt hat er sich vor der 2. Großen Strafkammer ebenfalls wegen bandenmäßigen Anbaus und Handels zu verantworten.

Strukturen analysiert

Am nunmehr dritten Verhandlungstag wurden fünf Zeugen gehört, die insbesondere zu der Struktur der Gruppe und der Führungsperson befragt wurden. Der Angeklagte soll der Boss der Bande gewesen sein, die in angemieteten Werkshallen wie in der Hachener Kettenfabrik tausende Cannabispflanzen angepflanzt, abgeerntet und vermarktet hatte. Von den Ernten aus drei Produktionsstätten hatten die Täter einen Gewinn von über 4,8 Millionen Euro erwirtschaftet.

Sollte sich in dem Prozess der Verdacht bestätigen, dass der 47-Jährige tatsächlich der Chef gewesen war, hat er mit der höchsten bislang ausgesprochenen Haftstrafe zu rechnen. Das Landgericht hatte bis neun Jahre in einem Fall verhängt, diese Strafe wurde aber später auf 7,5 Jahre reduziert. Der Angeklagte bestreitet nach wie vor, der Chef gewesen zu sein. „Alle waren gleichberechtigte Mitglieder, die denselben Gewinnanteil erhielten“, gibt jetzt zu Protokoll.

Aufgefallen war das kriminelle Handeln, als die in Hachen angemietete Produktionshalle vom Hochwasser 2007 drohte geflutet zu werden. Die Feuerwehr musste sich deshalb gewaltsam Einlass verschaffen. Durch die anschließenden Ermittlungen kam man auf die weiteren Anbauhallen.

Urteil in einer Woche

Nach den Anhörungen der Zeugen ergab sich der berechtigte Verdacht, dass der Angeklagte der Bandenboss gewesen war. Viele Aussagen deuten darauf hin. So ganz zweifelsfrei jedoch ist man in der 2. Strafkammer nicht. Fest dürfte stehen, dass er aber in der oberen Führungsebene anzusiedeln ist. Diesen Eindruck hatte auch der die Ermittlungen führende Kriminalbeamte als Zeuge geäußert. Nach dem dritten Verhandlungstag ist die Beweisaufnahme so gut wie abgeschlossen, so dass am letzten Prozesstag, am 29. Januar, die Plädoyers und das Urteil zu erwarten sind.

Klaus Lindner

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2015-01-23 12:00
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