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'WeltKlasse' in China

12.02.2010 | 05:00 Uhr
'WeltKlasse' in China

Sundern. Vier Gymnasiasten aus Sundern sind derzeit in China unterwegs - als Teil der 'WeltKlasse'.

China ist ein Land der Superlative: 1,3 Milliarden Menschen, aufstrebende Wirtschaftsmacht und Exportweltmeister. Doch werden diese Faktoren nicht überall deutlich, denn die Unterschiede zwischen dem Landleben und der Stadt sind gewaltig. Das erleben derzeit vier Gymnasiasten aus Sundern — als Angehörige der „WeltKlasse”.

Ein kleines Dörfchen

„Wase, unser erster richtiger Ankunftsort in China, für Chinesen ein kleines Dörfchen, mit aber immerhin 6000 Einwohnern. Die meisten Leute sind Bauern und versorgen sich daher selbst. Das Dorfbild prägen riesige Felder, vor allem mit Lauch, Mais und Bohnen, auf denen meist Frauen arbeiten. Wenn die Menschen keine Bauern sind, machen sie sich meistens selbstständig mit einem eigenen Laden, oft verkaufen sie Getränke und Süßigkeiten, sind Friseure oder betreiben ein Restaurant. Es gibt keine Fabriken, das heißt, so gut wie keine Angestellten, außer in öffentlichen Einrichtungen wie Banken oder Post. Die Lebensverhältnisse sind, für unsere Gewohnheiten, relativ schlecht, was der Lebensfreude aber keinen Abbruch tut. Die Menschen sind sehr nett zu Ausländern und zuvorkommend, wobei es auch einige skeptische Blicke auf uns gab. Aber kam man erst einmal ins Gespräch, waren gegenseitige Vorurteile schnell verflogen.

Einfaches Leben

Wir erfuhren im Interview mit den Einheimischen viel über deren Leben. Uns verwundert, wie sie mit solch sehr einfachen und beschränkten Möglichkeiten so glücklich und zufrieden leben können. Wir wurden in den insgesamt drei Wochen in Wase immer besser aufgenommen und wurden jeden Tag aufs neue freundlich begrüßt. Wir waren so etwas wie Prominente. Daher war der Abschied von unserem lieb gewonnenen Dorf für uns auch relativ schwer, doch wir freuten uns ebenso auf die neuen Eindrücke in einer chinesischen Großstadt. Dali wirkte zuerst auf uns sehr modern, nicht viel anders als deutsche Großstädte. Doch wir merkten schnell, dass es in Dali nicht nur neue Hochhäuser und moderne Geschäfte gibt — auch traditionelle und zum Teil auch heruntergekommene Quartiere sind hier zu finden. Hinter den berühmten Nike- und Adidas-Geschäften befindet sich häufig das richtige Leben: Märkte, Händler, streunende Hunde und sehr arme Bettler. Für das Touristenauge meist unentdeckt. In Dali ist jedoch ein sehr großer Fortschritt gegenüber den Dörfern zu sehen. Es wird zum Beispiel kein Müll offen auf der Straße verbrannt, denn es gibt Mülleimer. Insgesamt ist das Leben dem westlichen Standard angepasst, hinter den Kulissen ist es aber sehr arm und nicht viel anders als in den Dörfern. Wir sehen jedoch meistens nur das moderne Stadtbild, in dem man als Europäer nicht mehr so schräg angeguckt wird, jedoch immer noch fremd ist. Dalis Menschen aber sind, genau wie in Wase, sehr offen und lassen sich auf uns ein — doch erst, wenn sie merken, dass wir nicht beißen. Trotzdem bleibt für uns dieses Leben, selbst in der Großstadt, fremd, dafür ist eine Woche zum Einleben viel zu wenig.”

Torsten Koch

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