Sundern trotz den Viren

In Sundern lagen wenig Kinder in dieser Woche flach, lag es am Obst?
In Sundern lagen wenig Kinder in dieser Woche flach, lag es am Obst?
Foto: Getty Images/Fuse
Was wir bereits wissen
Ganz Deutschland keucht unter dem grippalen Infekt. Ganz Deutschland? Nein – eine kleine Stadt im Sauerland leistet den Erregern offenbar Widerstand. Zumindest ist das das Bild einer kleinen Umfrage, die unsere Zeitung unter Schulen und Kindergärten in Sundern gestartet haben.

Sundern..  Ganz Deutschland keucht unter dem grippalen Infekt. Ganz Deutschland? Nein – eine kleine Stadt im Sauerland leistet den Erregern offenbar Widerstand. Zumindest ist das das Bild einer kleinen Umfrage, die unsere Zeitung unter Schulen und Kindergärten in Sundern gestartet haben.

„Eine Welle von Erkältungen haben wir jedes Jahr im November und um die Karnevalszeit“, sagt Gudrun Zysno gelassen. Sie leitet das Familienzentrum Christkönig in Sundern und muss sich derzeit keine großen Sorgen um die Besetzung ihres Teams machen. „Den einen oder anderen hat es getroffen, aber es ist nicht dramatischer als sonst zu dieser Jahreszeit.“

Gesamtbild entscheidet

Auch Kollegin Liesel Stöwer gibt Entwarnung: „Wir bereiten wie geplant unsere Karnevalsfeier vor. Zwei, drei Kolleginnen waren krank, aber eigentlich ist alles wie immer um diese Jahreszeit.“

Ob ein Kind „Kita-tauglich“ ist oder nicht, hängt für Gudrun Zysno bei Erkältungen vor allem vom Gesamtbild ab. „Wenn sich ein Kind gar nicht am Gruppengeschehen beteiligt und motivationslos erscheint, ist es zuhause besser aufgehoben.“ Sie weiß aber auch: „Gerade im ersten Jahr nehmen viele Kinder jeden Infekt mit. Wenn sie bei jedem kleinen Schnupfen zuhause blieben, würde das das Ankommen dieser Kinder im Kindergarten doch erschweren.“

Zehn Eltern-Fehltage pro Kind

Die laufende Nase kann also unter Umständen geduldet werden – zumal gerade berufstätige Eltern ihre zehn Fehltage pro Kind manchmal schnell aufgebraucht haben. Kompromisslos muss die Linie allerdings bei Magen-Darm-Erkrankungen sein: „Bei diesen Infekten muss ein Kind 48 Stunden symptomfrei sein, bevor es wieder die Einrichtung besuchen kann“, so Gudrun Zysno. Das ist u.a. Vorgabe des Gesundheitsamtes, um gefährlichen Erregern wie Noroviren rechtzeitig Herr zu werden.

Vermehrte Ausfälle bei den Schülern verzeichnet das Gymnasium Sundern. „Man merkt schon, dass grippale Infekte bei den Schülern derzeit gehäuft auftreten und auch länger dauern“, erklärt eine Mitarbeiterin. Aber nach drei bis vier Tagen sei die Sache meistens ausgestanden, der Betrieb an der Schule läuft normal weiter.

Auch an der Johannesschule saß in dieser Woche ein Großteil der Schüler mehr oder weniger gesund an den Bänken. „Ein Infekt hier und da, aber von Epidemie kann man wirklich nicht sprechen“, beruhigt Schulsekretärin Petra Schäfer. Sie liefert schmunzelnd eine ganz eigene Erklärung für das Durchhaltevermögen ihrer Schüler: „Seit September bieten wir hier Schulobst an.“ Kindgerechte Portionen von Bananen, Äpfeln, Bananen oder auch einmal Exoten wie Kakis werden von den Kindern in Schüsseln abgeholt und verzehrt. Selbstverständlich war es vorher nicht, dass in den Brotdosen kleine Vitaminbomben steckten. „Das Schulobst wird von den Kindern gut angenommen. Und dank etwas Aufklärung werden Äpfel und Birnen sogar mit Schale verzehrt“, sagt Petra Schäfer. Wer weiss - vielleicht hat auch dieser kleine Beitrag zur Gesundheit die Kinder in Sundern stark gemacht.