Sunderland-Hotel seit 20 Jahren in Betrieb

Richtfest am Sunderland-Hotel
Richtfest am Sunderland-Hotel
Foto: WP
Vor genau 20 Jahren war das Sunderland-Hotel am Rathausplatz bezugsfertig für die ersten Gäste. Gestern Abend wurde das Jubiläum mit vielen Gästen im Restaurant gefeiert. Zuvor sprach unsere Zeitung mit den Geschäftsführern von Severin Touristik, Severin Schulte und Sebastian Severin Schulte, über die Entwicklung.

Sundern..  Vor genau 20 Jahren war das Sunderland-Hotel am Rathausplatz bezugsfertig für die ersten Gäste. Gestern Abend wurde das Jubiläum mit vielen Gästen im Restaurant gefeiert. Zuvor sprach unsere Zeitung mit den Geschäftsführern von Severin Touristik, Severin Schulte und Sebastian Severin Schulte, über die Entwicklung.

Was war der Ursprung?

Wir suchten damals, Ende der 80er Jahre, ein Grundstück, um dort ein Reisebüro zu etablieren. In einem Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Franz Josef Tigges stellte sich heraus, dass die Stadt ein ansprechendes Grundstück besaß.

Tigges hatte aber eine Bedingung?

Richtig, er wollte, dass wir auch an einen Ratskeller denken. Wir haben uns dann mit Architekt Konrad Wiesenthal zusammengesetzt und viele Ideen entwickelt. So bestand damals auch der Wunsch von mittelständischen Unternehmen aus dem Raum Sundern nach einem Vier-Sterne Hotel. Schließlich entstand diese Mischimmobilie mit Hotel, Restaurant, der Bierstube Baraza im Keller und verschiedenen Ladenlokalen sowie einer Praxis und Wohnungen. Heute sind davon noch Cultraro und der Zahnarzt Dr. Knop im Hause sowie das zu Severin Touristik gehörige TUI-Reisebüro, welches auch sein 20-hähriges Bestehen feiert.

Wie lief damals die Eröffnung?

In Stufen: Am 13./14. April gab es für die am Bau beteiligten Handwerker und andere geladene Personen eine Übernachtungen, bei der alle Funktionen der Zimmer zu testen waren. Am 5. Mai 1995 folgte dann die offizielle Eröffnung mit Segnung.

Wie entstand der Name?

Es ist ja die Mischung aus Sundern und Sauerland. Das war Teamwork der Mieter.

An wen erinnern Sie sich als Gäste?

In den 20 Jahren haben sich viele berühmte Namen ins Gästebuch eingetragen: Stellvertretend für viele andere nenne ich Peter Horton, BAP, Roberto Blanco und Jürgen Drews aus der Musikbranche, Franz Müntefering war häufiger unser Gast, wenn er in Sundern war, die Schriftstellerin Hera Lind und Ignatz Bubis vom Zentralrat der Juden. Eine besondere Ära war die Tennisblütezeit in Sundern: Da kamen Björn Borg und Ilie Nastase, die deutschen Daviscup-Stars um Rainer Schüttler und natürlich Boris Becker, der damals beim TC Blau-Weiß in der Bundesliga mitspielte. Aber auch die Dressurreiterin Isabelle Werth hat hier übernachtet, wenn sie auf Schloss Wocklum ritt. Nicht zu vergessen viele, viele Gäste aus Kenia.

Was war das Ziel all die Jahre auf dem Markt?

Wir wollten uns von Anfang an abheben. Deshalb haben wir die Kenia-, die Mallorca-, die Sauerländer Hochzeits- und die Starlight-Suite eingerichtet. Sie sind auch heute noch ein Magnet.

Das Hotel hat sich ja verändert?

Ja. 1999 haben wir zum Beispiel das damals verpachtete Restaurant selbst übernommen. Und wir haben uns aktuell immer mehr auf Afrika ausgerichtet, nicht nur in der Einrichtung. Seit November bilden sich zwei Köche aus dem Schwesterhotel in Mombasa im Hotel fort, im Juni kommen zwei weitere Köche hinzu, bevor das erste Team nach Kenia zurückkehrt und sein Wissen an dortige Jungköche weiter gibt.

Wohin geht die Entwicklung?

Es geht um Dinge wie die Fortentwicklung des Online-Buchens, die Zusammenarbeit mit Buchungs-Portalen. Aber auch durch das neue Schwesterhotel, den „Seehof“, ergeben sich weitere Perspektiven in der Heimat.

Was passiert dort?

Zunächst haben wir einige Renovierungen vorgenommen und mit Christoph Fälsch und Matthias Becker ein neues Führungsteam installiert. Die Vermarktung erfolgt in enger Verknüpfung mit dem Sunderland-Hotel. Parallel studieren wir verschiedene Nutzungsoptionen und arbeiten an einem neuen Konzept an diesem besonderen Ort.

Und wie geht es bei Severin-Touristik weiter?

Die nächste Generation kommt ins Unternehmen, und ich bin froh, dass mein Sohn Sebastian sich ebenso wie ich in Kenia engagiert. Er hat das Fortbildungsmodell für die Mitarbeiter aus Mombasa entwickelt.

Was passiert auf der Jubiläumsfeier?

Einmal spielt - wie vor 20 Jahren - das Duo Sundries aus Neheim. Dann ehren wir mit Verkaufsleiterin Susanne Probst-Lanza und Kerstin Lehmann von der Rezeption zwei Mitarbeiterinnen, die seit 20 Jahren dabei sind. Außerdem erzählt Chefkoch Thomas Fritz von seinen Erlebnissen mit den Tennisstars.

Gibt es Geschenke?

Nein, wir möchten lieber Spenden sammeln, um unser Ausbildungszentrum in Mombasa voranzutreiben. Der Verein „Skills for Kenya“ unterstützt diese Arbeit. Die ersten Bewerbungen von jungen Kenianern laufen gerade ein. Wir möchten gerade in Krisenzeiten in Kenia helfen. Nach 40 Jahren, in denen mein Herz an diesem Land hängt, möchte ich dort wieder etwas zurückgeben.