Stadt will Zuschüsse bis 2018 strecken
05.03.2010 | 05:00 Uhr 2010-03-05T05:00:00+0100
Sundern. Das Haushaltsdesaster ist bei den Vereinen angekommen: Die Stadtverwaltung schlägt angesichts des Riesenlochs im Etat eine Streckung der jährlichen Zuschüsse für die Kunstrasenplätze — vorgesehen waren jeweils 25 000 Euro für Hachen, Allendorf, Stockum und Westenfeld — vor.
Die Empfehlung, die am Dienstag im „Arbeitskreis Sportstättenbau” erste Wellen schlug, sieht eine Streckung über neun statt bisher sechs Jahre vor, erläuterte gestern der Fraktionsvorsitzende der CDU und Vorsitzende des Schul-, Sport- und Kulturausschusses, Günter Martin, der WP: „In diesem Jahr gibt es nach den Vorschlägen 15 000 Euro, ebenso jährlich bis 2014, 17 000 Euro würden 2015 gezahlt, und bis 2018 dann drei Jahre lang 19 000 Euro.” Man wolle mit dieser Maßnahme alle vier geförderten Vereine gleich halten. Für die Vereine errechnet Günter Martin einen zusätzlichen Finanzbedarf von etwa 13 000 Euro bei einer Verzinsung von fünf Prozent. „Das Geld fließt ja, wir streichen es nicht”, wehrte er erste Vorwürfe ab, dass man die Vereine im Stich lasse. Ohnehin habe man die Zuschüsse immer unter „Haushaltsvorbehalt” gezahlt. Das habe jeder Verein schriftlich mitgeteilt bekommen. Das Verhalten in den Vereinen versteht er: „So etwas sieht man, schiebt es beiseite und denkt: Verlassen wir uns auf die Stadt.” Jetzt sei aber der Fall eingetreten, dass man strecken müsse. „Wir hoffen, dass mit diesen Maßnahmen, die alle Budgets treffen, der Haushaltsentwurf der Stadt gebilligt wird.” Ganz anders die Situation beim TuS Hachen: „Die Nachricht schlug bei uns am Dienstag in der Vorstandssitzung wie eine Bombe ein”, so ein Vorstandsmitglied. In erster Konsequenz hat der TuS, nach einer langen Beratungsnacht, die Mitgliederversammlung (geplant am 12. März) verschoben: „Nicht vor dem 29. April!” Dann wird im Rat der Etat verabschiedet. „Die Maßnahmen der Stadt”, formuliert es ein Statement des Vorstands, „treffen den Verein tief: Das heißt für den TuS Hachen, der die Finanzierung des Kunstrasenplatzes bereits an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit sicher gestellt hat: Erhöhung der Zinsaufwendung bis Ende des Förderzeitraums und zusätzlich eine Deckungslücke von 9000 Euro bis 2015. Das bedeutet einen zusätzlichen Aufwand von 45 000 Euro zuzüglich der zusätzlichen Zinsaufwendung von 15 385 Euro ohne Zinseszins bis 2016.” In letzter Konsequenz, so das Papier, stehe der TuS nun am Abgrund: „Der TuS könnte bei diesen Rahmenbedingungen seiner Verpflichtung zur Zahlung der Zins- und Tilgungsrate von jährlich 25 000 Euro nicht mehr nachkommen.” Sollten Sportausschuss und Rat dem Vorschlag folgen, „sieht sich der derzeitige geschäftsführende Vorstand des TuS Hachen nicht mehr in der Lage, die Amtsgeschäfte fortzuführen und würde mit Wirkung der Jahreshauptversammlung 2010 von seinen Ämtern zurücktreten”, schließt das Papier, dass der WP-Redaktion vorliegt. Am Samstag wollen sich die Vorstände des TuS Hachen, SSV Stockum und SSV Allendorf zunächst mit Günter Martin treffen. „Ziel ist es, von unserere Seite auszuloten, ob wir das rückgängig machen können”, meinte gestern der Vorsitzende des SS Allendorf, Jörg Gerke. Ansonsten will man zunächst in Ruhe analysieren, welche Belastungen die jetzige Streckung auf den Finanzplan haben würde: „Ich brauche nicht zu betonen, dass wir aber ziemlich enttäuscht sind”, so Gerke weiter. Und auch beim SSV Stockum schrillen die Alarmglocken: „Wir haben feste Darlehensverträge mit der Bank. Uns kostet eine Streckung, wenn die Bank den Kredit unter gleichen Konditionen verlängern würde, zusätzlich 16 000 Euro”, so Vorsitzender Martin Bergmann, der aber zunächst mit den anderen Vereinen Kontakt aufnehmen will, um „eine Front zu bilden”. Ralf Zappe, Vorsitzender des SuS Westenfeld, drückte gestern auch seine Enttäuschung aus: „Das bringt uns Zinsen im fünfstelligen Bereich. Aber wir werden nicht in Panik verfallen und auch nicht den Bau stoppen.” Zunächst will man sich am kommenden Mittwoch in der Ausschusssitzung (17.30 Uhr) genau informieren.
10:57
ja und? Das ist doch die Politik, die in Sundern breit gewählt wird. Die Städte werden ärmer, das Geld fließt ín private Taschen. Wir haben keine soziale Marktwirtschaft mehr.
Vereine werden bald nur als private Einrichtungen angesehen und müssen dann alles selbst bezahlen.
15:49
Wo ist Deutschland nur hingekommen????????
Das ist doch ein Witz , das man nur noch mit Lug und Trug etwas erreichen kann.
09:24
Hat Hellefeld im Endefekt noch Glück gehabt nicht den Zuschlag zu bekommen?!?
08:30
Mit Spannung erwarten wir die Stellungnahme der CDU - Ihre Wahlversprechen sind in der Realität angekommen!