Spannender Vortrag beim Heimatbund
14.04.2010 | 17:56 Uhr 2010-04-14T17:56:00+0200Sundern. Muss die Geschichte von Sundern umgeschrieben werden? Wer am Dienstagabend im Vortrag von Dr. Wilfried Ehbrecht beim Sunderner Heimatbund genau zugehört hat, weiß, dass es im Bereich des Möglichen ist.
„Sundern gab es schon vor 1310. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sundern nah an Hagen heranrückt. Fiktives Datum: So um 1300. Zwischen 1296 und 1310 wird man Sundern verorten können”, meinte der Historiker zum aktuellen Anlass des 700-jährigen Kirchen- und Freiheitsjubiläums. Anschließend stellte Ehbrecht seine Arbeit an der Städtmappe Sundern vor. Sie soll noch in diesem Jahr erscheinen und ist ein echte Bereicherung im Jubiläumsjahr. Grundlage der Arbeit beim Institut für vergleichende Städteforschung in Münster sind die Städte um das Jahr 1830. „Das führt natürlich dazu, dass es zum Beispiel keine Mappe für Gelsenkirchen geben würde, weil damals nur Buer existierte”, informierte Dr. Ehbrecht. Deshalb machte das Institut für Gelsenkirchen erstmals eine Ausnahme, ebenso für die schon vor 1830 untergegangene Stadt Corvey. Und nun auch für Sundern, denn es gibt zehn Beilagen, in denen die Freiheiten um Sundern herum berücksichtigt werden: „Ein neuer Rekord.” Interessant bleibt somit, dass Stockum keine Beilage bekommt, obwohl ja dort die Urpfarrei liegt: „Leider hat es Stockum nicht zur Freiheit geschafft”, verwies der Forscher auf die strengen Regeln des Instituts. Stockum werde aber immer wieder in den Randnotizen erwähnt. Eine eigene Karte bekommt in der Mappe auch die Montanindustrie in Sundern. Außerdem wird es eine Karte geben, die Sundern, das ja als Stadt um 1830 noch nicht existent war, im Geflecht der umliegenden Orte in der Grafschaft Arnsberg zeigt: „Daran wird deutlich, was die Grafen in Arnsberg mit der Vergabe von Freiheiten bezweckten”, so Ehbrecht, der darin eine terretorialrechtliche Finesse sieht, um das Land zu sichern. Nach seiner Meinung ist Langscheid auch als Stadt angelegt worden: „Nur ist leider keine daraus geworden.” Verschiedene Querschnitte der industriellen Entwicklung zeigen Sundern in den verschiedenen Zeiten. Die Mappenfront selbst ziert eine uralte Postkarte von Sundern.
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