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Sorge der Vereine bleibt

09.03.2010 | 05:06 Uhr

Sundern. Wie kommen sie zusammen, die vier Sportvereine (SSV Allendorf, TuSHachen, SSV Stockum, SuS Westenfeld) und die Stadt Sundern? Eine Antwort gibt es erst in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur am morgigen Mittwoch (Ratssaal, Beginn 17.30 Uhr).

Die Vereine hatten die zugesagten städtischen Zuschüsse für den Bau der Kunstrasenplätze in ihre Finanzplanung und die Kreditverträge mit den Banken fest eingeplant. Die Stadt Sundern will das Geld aus eigener finanzieller Not jetzt nicht mehr in sechs, sondern — mit kleineren Raten — in neun Jahren auszahlen (die WR berichtete).

Vorstandsmitglieder der vier Vereine trafen sich am Samstag in Hachen um die Diskussionen mit den städtischen Gremien abzustimmen. In der Zusammenkunft hatte auch der Vorsitzende des Ausschusses, CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Martin, die Hintergründe für den städtischen Vorschlag erläutert.

„Sachlich und Problem orientiert” wurde diskutiert, berichtete der Vorsitzende des TuS Hachen, Jürgen Cordes, gestern der Westfälischen Rundschau, nachdem Martin „anschaulich und eindrucksvoll” die Finanzsituation der Stadt dargestellt hat. Der CDU-Politiker musste sich auch Kritik der Vereinsvertreter anhören über die Art und Weise, mit der die Zuschüsse verändert werden sollen — nachdem Alle rechtsverbindliche Verträge mit ihren Banken abgeschlossen hatten. Cordes verhelte gegenüber der WR nicht die Sorge vor der Zukunft in Allendorf, Hachen, Stockum und Westenfeld.

„Wann muss ich mit der nächsten Hiobsbotschaft rechnen?”, fasste er es in Worte. Die Sorge: Können die Vereine mit ihren Banken jetzt eine feste Übereinkunft bis 2019 treffen? Was passiert, wenn die Finanzlage der Stadt es erfordert, auch diese Zusage irgendwann wieder zurückzunehmen?

Zu der Diskussion über den Vorschlag, die Zuschüsse an die vier Sportvereine zu strecken schreibt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Michael Stechele:

„Mit viel Mut und Zukunftsoptimismus sind die Verantwortlichen einiger Sportvereine an den Umbau ihrer Sportplätze gegangen, in der Hoffnung auf stattliche Zuschüsse von der Stadt Sundern. Nun ist die Enttäuschung groß.

Verlassen hatte man sich auf die Zusagen des ehemaligen Bürgermeisters Wolf und von CDU-Fraktionschef Günter Martin, die den Vereinen - natürlich unter Haushaltsvorbehalt - die Zuschüsse schon bis 2016 versprochen hatten. ,Für eine gute Idee ist immer Geld da', so Ex-Bürgermeister Wolf in den letzten Jahren.

Und die 30 000 Euro?

SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen ter Braak hatte in der Sitzung des Rates im Juni 2009 auf das Haushaltsrisiko hingewiesen und die Frage gestellt, ob sich denn die Vereine des Risikos bewusst sind, dass bei einer dramatischen Haushaltssituation 2010 die Gelder nicht oder nur sehr verzögert fließen werden. Damals wurde er belächelt: ,Wenn wir was zusagen, dann halten wir es!', war die lapidare Antwort von Günter Martin darauf.

So kam es dann zu einer Entscheidung, die noch ein Versprechen von (mindestens) zusätzlichen 30.000 Euro für den zu renovierenden Sportplatz in Hellefeld nach sich zog. Und das angesichts der Tatsache, dass der Kämmerer bereits auf die wegbrechenden Einnahmen hingewiesen hatte.”

Sabine Metzler

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Kommentare
11.03.2010
08:45
Sorge der Vereine bleibt
von sauerländerin | #10

Sundern: 29000 Einwohner, 14 Sportplätze, davon 6 Kunstrasen
Arnsberg: 75 000 Einwohner, 15 Sportplätze, davon 5 Kunstrasen
Plettenberg: 28 000 Einwohner, 4 Sportplätze
Plettenberg hatte übrigens viele Jahre lang einen ausgeglichenen Haushalt.
Das sagt doch wohl alles!

Der Sportplatz in Westenfeld wurde 2004 grundlegend renoviert und damit wäre er mindestens 15 Jahre bespielbar gewesen...

10.03.2010
18:34
Sorge der Vereine bleibt
von AllendorferJung | #9

@sauerländerin: Der Meinung bin ich überhaupt nicht. Im Gegenteil. Man sollte mehr Plätze bauen und mehr Vereine schaffen. Mehr Schulen bauen um besser Bildung zu gewährleisten. Ob du es glaubst oder nicht. Das wäre nachhaltiges Sparen, weil dadurch in Zukunft weniger Kosten durch Arbeitslose und Kriminalität entstehen.

Man darf eben den Gürtel nicht an der falschen Stelle enger schnallen sondern an den Stellen wo Geld nur ausgegeben wird, weil es grad gut aussieht. Vereine sind ein sehr hohes Gut in dieser Gesellschaft und davon darf eigentlich nicht einer mehr wegsterben. Investition jetzt spart Geld in der Zukunft. Das Geld muss nur richtig investiert werden und die Verwendung kontolliert werden, dann gibts auch die Rendite.

Wo hast du im Übrigen die Statistik her, dass sich die Stadt Sundern mehr Sportplätze leistet, als andere? Das halte ich für mal eben so dahin gesagt, aber kaum recherchiert. Das stimmt meines erachtens nicht. Auf den Quadratkilometer hat die Stadt Arnsberg sicher sogar noch viel mehr Plätze.

10.03.2010
10:34
Sorge der Vereine bleibt
von sauerländerin | #8

@AllerndorferJung:
Ich kenne das Problem aus eigener Anschauung, wir haben unsere drei Kinder auch immer fahren müssen, zum Reiten nach Hellefeld oder zum Schwimmen nach Hachen usw.
Das geht aber alles mit etwas gutem Willen und wenn man Fahrgemeinschaften bilden kann. Ist natürlich mühsamer, als wenn man die Kinder einfach nur nach draußen schicken muss, das weiß ich.
Aber Beispiel Stemel: Als man da den Sportplatz geschlossen hat mussten die Kinder auch nach Hachen oder Langscheid gebracht werden und das klappt auch.
Wenn ich in der Familie kein Geld mehr habe muss ich doch auch sehen, dass ich irgendwo spare und mir Luxus nicht mehr leisten kann. Dass es dann Verteilungskämpfe gibt ist doch normal und ich halte auch den Protest der Sportvereine für legitim. Aber wir leisten uns in Sundern viel mehr Sportplätze als andere Orte mit vergleichbarer Einwohnerzahl und da muss man dann Überlegungen anstellen, auch wenn es weh tut.
Übrigens nicht nur bei den Sportvereinen....

10.03.2010
10:03
Sorge der Vereine bleibt
von sunderner | #7

Genau so sieht es aus Jupp. In Zeiten knapper Kassen frage ich mich sowieso wer den ganzen Spaß bezahlen soll? Schlimm finde ich das die Politik (CDU) den Bürgern folgte und nach der Wahl so tut als wäre nie etwas gewesen. Wer die Musik bestellt sollte sie auch bezahlen!

09.03.2010
22:25
Sorge der Vereine bleibt
von Juppo | #6

Mal ehrlich, muß denn jeder B-oder C-Ligist unbedingt einen Kunstrasen haben?

09.03.2010
21:08
Sorge der Vereine bleibt
von AllendorferJung | #5

@sauerländerin: bist du nur nichtfußballerin oder auch nichtsportlerin? das mit dem zusammenschließen führt nur dazu, dass weniger menschen sich vereinen anschließen und vor allem mehr kinder vor daddelkisten sitzen, statt sich sportlich zu betätigen. es ist eben für viele eltern in zeiten des sparens auch schwer, ihre kinder von allendorf nach amecke oder langescheid zu bringen. die kinder wollen auch lieber in ihrem eigenen ort sport treiben. zusammenschluss wird immer als allheilmittel gebracht, dabei wird aber leicht übersehen, dass wir jeden einzelnen vorhandenen verein brauchen, um die kinder von der straße und von der daddelkiste weg zu holen. die meisten denke da nicht drüber nach. nur sparen ist es eben auch nicht. in vereine und bildung muss immer mehr investiert werden um die gesellschaft aufrecht zu erhalten. es kann doch nicht sein, dass alles zusammenbricht!.

wichtig wäre aber, prioriäten zu seten und warum plätze renoviert werden, die noch nicht kaputt sind, verstehe ich auch nicht. das wusste ich bisher noch garnicht. weißt du da genaueres drüber zu berichten @sauerländerin?

09.03.2010
13:16
Sorge der Vereine bleibt
von sauerländerin | #4

Immerhin hat man in Westenfeld einen Sportplatz, den man noch gut und gerne 10 Jahre hätte bespielen können, ohne Not plattgemacht. Das verstehe wer will, ich nicht!
In Hachen und Allendorf sah das anders aus, die Plätze musste ja eh renoviert werden.
Aber weshalb bei zurückgehender Einwohnerzahl noch immer fast jedes Dorf einen Kunstrasenplatz braucht ist mir als Nichtfußballerin auch nicht klar. Warum können sich die Vereine nicht zusamenschließen?

09.03.2010
08:57
Sorge der Vereine bleibt
von Sauerländer | #3

Das Ganze hat zwei Seiten. Wenn die Vereine ein solche Vereinbarung eingegangen sind, die unter Haushaltsvorbehalt stand, mussten sie das Risiko einkalkulieren, dass sie mit der Finanzierung Probleme bekommen könnten. Immer wieder dasselbe: Lesen! und Verstehen!, was man unterschreibt.
So richtig glücklich finde ich das Vorgehen der Stadt allerdings auch nicht, zumal man Möglichkeiten der Gestaltung im Haushalt hat, die die aktuellen Haushalte entlasten können, trotz Vergabe der Mittel. Die eigentlichen Haushaltsprobleme liegen zumeist auch ganz woanders.
Letztlich halte ich den Kunstrasenhype in vielen Städten aber auch für völlig überzogen. Passt gut in die Diskussion, was der Bürger heute eigentlich noch als normal betrachtet.

@gh: Ja, ja, wir verschieben noch mehr Bauvorhaben, damit die Vorhaben dann in ein paar Jahren noch teurer werden, weil die Grundsubstanz von Gebäuden und Straßen dann völlig hinüber ist.

09.03.2010
07:38
Sorge der Vereine bleibt
von Stadtkritiker | #2

Super Idee @gh. Dann hat die Stadt Sundern ja das, was sie wollte: Sterbende Vereine!

09.03.2010
07:23
Sorge der Vereine bleibt
von gh | #1

Sparen, sparen!. Alle noch nicht angefangenen bzw.fertigen Bauvorhaben stoppen und auf die Zeit verschieben bis wieder Geld da ist. So kann man vielleicht noch etwas retten.

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