Schicksale berühren noch heute

Meinkenbrachter Ausstellung zum Kriegsende
Meinkenbrachter Ausstellung zum Kriegsende
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wie war es in Meinkenbracht zum Kriegsende? Was haben unsere Eltern und Nachbarn darüber erzählt? Irgendwann kam dieses Thema zwischen Ortsvorsteherin Irene Kaiser und Claudia Eickhoff auf.

Meinkenbracht..  Wie war es in Meinkenbracht zum Kriegsende? Was haben unsere Eltern und Nachbarn darüber erzählt? Irgendwann kam dieses Thema zwischen Ortsvorsteherin Irene Kaiser und Claudia Eickhoff auf. Die beiden hatten schon vieles von der eigenen Familie und den Dorfbewohnern erfahren. Sie wussten, dass es noch viele Informationen und gut erhaltene Erinnerungsstücke aus dieser Zeit geben musste. Nur wo? Sie sprachen das Thema im „Arbeitskreis Dorfgeschichte“ an. Schnell waren sich über eine Ausstellung zum 70-jährigen Kriegsende einig.

Dorfbewohner angeschrieben

Gemeinsam mit Heinz Schröder schrieben sie heutige und ehemalige Meinkenbrachter an. „Zuerst wusste jeder nur wenig“, erinnert sich Irene Kaiser an diesen Versuch, Vergangenes aufzuarbeiten. Doch durch die Gespräche, die sich automatisch untereinander entwickelten, kehrten immer mehr Details zurück ins Gedächtnis. „Nach und nach kam die Sache in Fluss. In der vergangenen Woche erhielten wir noch sehr viele Ausstellungstücke“, erzählt Claudia Eickhoff. So konnte am Sonntag eine sehenswerte Ausstellung eröffnet werden. Mit einer von Pastor Richard Klamann zelebrierten Messe begann der historische Tag. Sehr sensibel und eindrucksvoll hatte der Pfarrgemeinderat diesen Gottesdienst vorbereitet, lobte die Ortsvorsteherin in ihrer Eröffnung. Sie dankte allen, die sich mit Fundstücken und Schriften an der Ausstellung beteiligt hatten. Unterteilt in Rubriken konnte man am Sonntag im Meinkenbrachter Pfarrheim die Sammlung ansehen. „Die Soldatenschicksale haben uns am meisten berührt“, zeigte sich Irene Kaiser sichtlich betroffen, als sie einige aufzählte.

Nur das Feuer erhellte das Dorf

„Alles war dunkel, das Dorf nur vom Feuer erhellt!“ Auch die Geschichten der Dorfbewohner, die beim Angriff in die Keller flüchteten und nicht wussten, ob sie je lebend wieder heraus kamen, zeigen, dass nie wieder Krieg herrschen darf. Mit großem Interesse lasen und betrachteten nicht nur Meinkenbrachter Besucher die Exponate. Elisabeth Voss aus der Stadt Hagen war als Kind oft bei der Oma in Meinkenbracht. Mittlerweile lebt sie in Niedereimer. Als sie von der Ausstellung las, wusste sie: „Da muss ich hin“, und konnte gleich in die Erinnerungen eintauchen. Irene Kaiser freute sich riesig über eine so große Resonanz. Sie bat gleich jeden Besucher, ein Bild mit zwei Soldatengräbern anzuschauen. „Auf der Rückseite der Fotografie stand ,Meinkenbracht`. Wir wissen aber nicht, wo es aufgenommen wurde“, hoffte sie auf die Lösung des Rätsels.