Restlos genießen - jetzt auch in Sundern

Restlos genießen - das gilt jetzt auch n Sundern
Restlos genießen - das gilt jetzt auch n Sundern
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Was wir bereits wissen
Offensiv will die Stadtmarketing Sundern eG mit den Mitgliedbetrieben aus der Gastronomie und Hotellerie ein Dauerproblem angehen: Was passiert, wenn der Teller nicht leer gegessen wird?

Sundern..  Offensiv will die Stadtmarketing Sundern eG mit den Mitgliedbetrieben aus der Gastronomie und Hotellerie ein Dauerproblem angehen: Was passiert, wenn der Teller nicht leer gegessen wird? „Viele Menschen schämen sich, dies offensiv anzusprechen“, räumt Oliver Kämper vom Hotel „Gut Funkenhof“ in Altenhellefeld ein. Und das, obwohl die gastronomischen Betriebe schon versuchen, sich an ein Optimum auf dem Teller heranzuarbeiten. Die Aktion „Restlos genießen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft will helfen, das unnötige Wegwerfen von Essensresten deutlich verringern.

Geschafft werden soll das mit einer kompostierbaren Reste-Box, die nun an 1000 Betriebe ausgegeben wird. Stadtmarketing-Leiter Jeroen Tepas hatte im Radio davon gehört und die Mitgliedbetriebe der SMS angeschrieben: Zehn machen jetzt mit (siehe Infobox).

Gute Quote in der Stadt

„Das ist deutlich mehr als in großen Städten“, freute sich Olaf Schüler von der Firma Bio Futura, einem international agierenden Anbieter von nachhaltigen Verpackungen. So ist die neue Box, die in den Sundern Betrieben zum Einsatz kommt, aus Kraftpapier hergestellt. Das Durchfeuchten verhindert ein Biofilm aus Maisstärke im Inneren der Box.

Damit kann man das Problem in den Griff bekommen: Denn die Deutschen werfen viele Essensreste in den Müll. Jährlich werden so 23,6 Kilogramm Essen pro Gast in der Tonne entsorgt. Aber eigentlich ist das Essen doch viel zu schade, damit es dort landet: „Uns geht es um die Wertschätzung des Produktes, das wir dem Gast liefern“, sieht Oliver Kämper. Und erwartet wie auch sein Kollege Michael Kaiser vom Sunderland-Hotel mehr Respekt vor dem Kunstwerk auf dem Teller. Die Gastgeber wandeln allerdings auf einem schmalen Grat in Sachen Portionsgröße, wie es Kämper näher ausführt: „Denn ist die Portion ein bisschen zu klein, ist es ärgerlich für den Gast und seine Geldbörse. Unter Umständen sieht man diesen Gast nie wieder“, so der Hotelchef aus dem „Alten Testament“. Andererseits: Ist dem Gast aus irgendeinem Grund die Portion zu groß, ist es für den Gastronomen und seinen Küchenchef ein Ärgernis. Deshalb packen die Sunderner Gastronomen nun gemeinsam die Sache an: „Wir sehen es ja, was passiert. Deshalb sprechen wir den Gast auch gezielt an“, so Michael Kaiser.

Aufsteller am Tisch

Ab sofort finden Gäste in den teilnehmenden Restaurants eine Aufsteller auf dem Tisch, der über die Box informiert. Sollte ein Gast sich entschließen, sie zu nutzen, geht alles ganz einfach: Die Reste seines Essens werden eingepackt, der Gast kann sie mit nach Hause nehmen und zu einem späteren Zeitpunkt genießen. „Ziel unserer Aktion ist es, die Akzeptanz dieser Reste-Boxen bei den Gästen zu erhöhen“, so Jeroen Tepas. „Damit zeigen die Sunderner Unternehmen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.“