Publikum verzaubert vom König der Löwen
24.03.2009 | 17:34 Uhr 2009-03-24T17:34:00+0100
Das wird ein Ereignis: Am Samstag und Sonntag führt der Chor „Barditus” in Sundern das Musical „König der Löwen” auf.
Bei der Premiere am vergangenen Wochenende in Langenholthausen gab es stehende Ovationen — zu Recht. Denn das, was der Chor da auf die Beine stellte, ist wirklich großartig.
Welch ein Erlebnis gleich zu Beginn: Zu den leise anschwellenden afrikanischen Rhythmen zieht eine ganze Prozession von Tieren durch den Zuschauerraum bis auf die Bühne: Zebras und Springböcke, Löwen und Hyänen, Büffel, und, sehr eindrucksvoll: zwei Elefanten und grazil schreitende große Giraffen. Sie erwartet eine in warmen Farbtönen modellierte Bühne, ein riesiges Bild, das die afrikanische Steppe zeigt, mit Felsen und mit Hügeln. Und ganz oben auf: Mufasa, der alte König der Löwen, mit seiner Frau und dem kleinen Simba, dem Thronfolger.
Rührende Geschichte
Erzählt wird eine rührende Geschichte von Eifersucht und Liebe, von Freundschaft und Kampf — und das alles gesungen und gespielt von den rund 30 Mitgliedern des Chores „Barditus”. Vor gut einem Jahr begannen die Proben zu dieser in allen Belangen ungewöhnlich aufwändigen Produktion.
Ungewöhnlich gleich aus mehreren Gründen: Das Bühnenbild sowie die prächtigen Kostüme wurden von den Sängerinnen und Sängern komplett selbst erstellt oder verfeinert. Ungewöhnlich auch: Die Choristen sind hier auch die Schauspieler — es wird gesungen und gespielt. Und das gilt für alle Rollen — auch die Hauptrollen sind durch Mitglieder von Barditus oder dem Knabenchor von Gabi Rohe besetzt. „Das ist es auch, was mich besonders stolz macht”, freute sich die Leiterin des Chores nach der gelungenen Premiere in Langenholthausen. „Wir haben keine Solisten ,einkaufen' müssen, sondern alles selbst besetzt.” Eine große Leistung auch von Gabi Rohe, die Regie führte und die Gesamtleitung inne hat.
Ungewöhnlich ist auch, wieviele Mitwirkende auf, vor und hinter der Bühne wirken. Neben den 30 Chormitgliedern ist da die Tanzgruppe des TuS Langenholthausen, die zu instrumentalen Passagen auf der Bühne anmutig agiert, es gibt Kinder, die die kleinen Tiere spielen, ein großer Stab an Technikern ist für Ton und — ganz toll — die richtige Lichtstimmung verantwortlich. Und es gibt Maskenbildner, Souffleure und, und, und
Die Musik ist mal poppig modern, dann wieder mit Anklängen an traditionelle afrikanische Rhythmen komponiert. Schöne Balladen aus der Feder von Elton John und Tim Rice wechseln sich ab mit fröhlich-lebendigen Songs. Unterstützt werden Solisten und Chor von Wolfgang Bitter am Keyboard und Johannes Pieper am Schlagzeug.
Die Solisten singen ihre Rollen richtig gut — bei der Premiere vielleicht manchmal etwas zu zaghaft, aber das sei mal dem Lampenfieber geschuldet. Klasse: Karin Fischer als weise Zauberin Rafiki, Bodhimitra in der Doppelrolle als König Mufasa und Warzenschwein Pumbaa, Mufasas Ehefrau Sarabi (Petra Tolle) sowie der böse „Scar”, gespielt von Gunter Engelmann. Der schräge Vogel Zazu (Silke Dierich) und Simbas Freundin Nala (als Kind: Niklas Latusek, erwachsen Petra Fehlhaber). Stimmgewaltig die Antilopen (Lisa Becker, Andrea Schmidt), lustig-vorlaut die Hyänen (Barbara Wachauf, Katrin Hötger und Meinolf Baumeister) und Erdmännchen Timon (Wolfgang Schröer).
Eine ganz tolle Leistung brachte Michael Albers als junger Simba auf die Bühne. Gesanglich — und auch spielerisch ist er eine klasse Besetzung. Und dann der erwachsene Simba: Thorsten Meissner — auch er ein „normales” Chormitglied von Barditus, aber stimmlich kann er sich mit jedem „eingekauften” Solisten vergleichen.
Klar und sauber, mit einer wunderschönen Tenorstimme — da würde man gerne noch mehr von hören. Kompliment!
Ab Samstag in Sundern
Fazit: Wer Karten für die Aufführungen am Samstag und Sonntag in Sundern hat, kann sich freuen auf einen tollen Abend. Und wer noch keine Karten hat: Der Samstag ist noch nicht ausverkauft, am Sonntag könnte es eventuell noch Restkarten an der Abendkasse geben — einfach mal probieren.
Die Aufführungen beginnen am Samstag um 19.30 Uhr und am Sonntag um 16 Uhr. Sie finden jeweils in der Aula der Johannesschule in Sundern statt.
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