Nicht das letzte Pfund aus der Hand geben

Der Tennisplatz des nun aufgelösten TC Amecke wird zum Streitpunkt mit den niederländischen Investoren.
Der Tennisplatz des nun aufgelösten TC Amecke wird zum Streitpunkt mit den niederländischen Investoren.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Selten einmütig hat der Stadtrat am 10. Februar über die Frage zum Tennisplatz in Amecke entschieden. Unsere Zeitung sprach dazu mit Antonius Becker von den Grünen.

Sundern..  Nach langer Zeit gab es zum geplanten Ferienpark im jüngsten Rat wieder einen einstimmigen Beschluss. der sechs Parteien. Das einmütige Votum erstaunte nicht nur die langjährigen Beobachter der politischen Szene in Sundern, auch bei den holländischen Investoren hatte man die Lage an der Röhr wohl anders eingeschätzt. Dort wollte man einen Ersatz für die nun weggefallenen neuen Tennisplätze leisten, aber das Geld sollte keineswegs gleich gezahlt werden. Auch mit der Zahlung auf ein Notaranderkonto, wie in der Verwaltungsvorlage vorgesehen, war man nach WP-Informationen nicht einverstanden. Die Wende in der Haltung gegenüber den Niederländern hat vor allem Antonius Becker initiiert. Unsere Zeitung sprach mit dem Fraktionsvorsitzenden der grünen Ratspartei über seine Gründe.

Was hat Sie bewogen, mit vielen Gesprächen mit den anderen Fraktionen eine Trendwende im Rat zu erreichen?

Ich wollte mich mit dem Angebot der Investoren zum Tennisplatz nicht abgeben. Der Rückauflassungvormerkung im Grundbuch ist das letzte Pfund in der Hand, das wir noch haben. Außerdem sah ich in der Beschlussvorlage der Stadt eine erneute Verflechtung der verschiedenen Interessen. Eine Sache, die wir im vergangenen Jahr mühsam geschafft haben, zu entflechten. Deshalb habe ich einen gesonderten Änderungsantrag gestellt.

Die Grünen waren aber doch immer gegen den Ferienpark?

Ja, das ist richtig. Wir waren immer kritisch gegenüber der Großzügigkeit und gegen die Gutgläubigkeit. Ich sehe aber jetzt mein Ziel in einer Schadensbegrenzung. Dafür habe ich mich vor allem seit dem Gespräch mit Rechtsanwalt Theo van Oorschot und dem Ältestenrat im Dezember eingesetzt.

Wie ist das zu verstehen?

Man darf den Ferienpark nicht um jeden Preis wollen. Die Holländer wollten die Tennisplatzflächen nun für Null Euro haben. Das geht nicht. Wir können nicht immer nur Geschenke machen, das waren schon die Kaufpreise von verschiedenen Grundstücken, die von der Stadt sogar subventioniert wurden, und das sind auch noch die kostenlosen Anschlüsse für Wasser und Abwasser bis zum Parkeingang. Drittens gibt es noch die Bürgschaft für den ehemaligen Parkplatz.

Also geht es auch um den Haushalt der Stadt?

Ja. Denn wir können in unserer Lage nicht einfach etwas verschenken. Auch das Beispiel Heimbach in der Eifel heranzuziehen, ist aus unserer Sicht falsch, denn dort haben die Investoren von stepinvest alle Grundstücke aus einer Hand, der der RWE, gekauft, und nicht von der dortigen Gemeinde.

Wie soll es jetzt weiter gehen?

Jetzt sind die Holländer am Zuge. Der Rat hat die Entscheidung getroffen, dass ein Minimum an Leistung zu erfolgen hat, nämlich 28 Euro/qm für die Fläche des Tennisplatzes. Nun müssen die Investoren zeigen, ob sie es ernst meinen: Bei einer angekündigten Investitionssumme von 40 bis 50 Mio. Euro kann es doch unmöglich an dieser Summe von 130 000 Euro scheitern.

Gibt es nächste Termine?

Der nächste Arbeitskreis zum Ferienpark am kommenden Montag, 23. Februar, ist gestrichen worden, auch das interfraktionell mit Siegried Huff von den Linken. Weil es derzeit nichts zu verhandeln gibt. Vielleicht gibt es ja im Hauptausschuss am kommenden Donnerstag etwas Neues.