Musterfamilie zahlt 2015 für Wasser und Müll 8 Euro weniger

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Sundern..  Die Sunderner Musterfamilie kann in diesem Jahr froh sein, denn die Gebühren wurden nicht erhöht. Die „Musterfamilie“ in Sundern ist definiert als ein 4-Personenhaushalt (z.B. 2 Erwachsene mit 2 Kindern), die im Schnitt 160 m³ Trinkwasser im Jahr benötigt und deren Grundstück eine abflusswirksame Fläche (befestigte und bebaute Grundstücksfläche, die das Niederschlagswasser in den öffentlichen Kanal einleitet) von 150 m² besitzt.

Außerdem besitzt die Familie mit eine Restabfalltonne (grau) von 120 l, einer Papiertonne (grün) von 240 l sowie einer Bioabfalltonne (braun) von 120 l Inhalt. Für diese „Musterfamilie“ haben die Stadtwerke Sundern (SWS) die Gebührenentwicklung von 2001 bis 2015 als tabellarische Übersicht und als Diagramme (in „Euro“ und in „Prozent“) zusammengestellt (siehe www.sw-sundern.de).

Folgendes ist aus diesen Darstellungen zu entnehmen, sagt der Betriebsleiter der Stadtwerke, Jürgen Schwarberg:
Der Rat hat in seiner Sitzung am 11. Dezember sämtliche vom Betriebsausschuss empfohlene Gebühren der Stadtwerke für 2015 beschlossen. Damit zahlt die „Musterfamilie“ (bzw. ein 4-Personenhaushalt) in Sundern für sämtliche Dienstleistungen der SWS (Wasserver- sowie Abwasser- und Abfallentsorgung) für 2015 insgesamt 8 Euro weniger als in 2014 (1219,22 Euro/a 1211,22 Euro). Dies entspricht immerhin einer Kostensenkung von 0,66 Prozent.

Kostensenkung von 0,66 Prozent

Die „Musterfamilie“ in Sundern zahlt für eine ordnungsgemäße Versorgung mit Trinkwasser sowie ordnungsgemäße Entsorgung von Abwasser und Abfall gerade einmal 100,94 Euro pro Monat bzw. 25,23 Euro pro Monat und pro Person.
Die Kostensteigerungen bei den Stadtwerken Sundern betragen im Zeitraum 2001 bis 2015 - also für einen Zeitraum von 14 Jahren- insgesamt 15,6 Prozent. Dies bedeutet, dass die Sunderner „Musterfamilie“, bezogen auf das Jahr 2001, damals wurde die Biotonne in der Stadt Sundern eingeführt, in 2015 für die gleichen Dienstleistungen 163,52 Euro/Jahr mehr bezahlt. Im Schnitt musste die Musterfamilie damit 11,68 Euro pro Jahr mehr bezahlen. Dies bedeutet eine durchschnittliche jährliche Kostensteigerung von nur 1,04 Prozent (immer bezogen auf die Gesamtkosten des Vorjahrs).

Deutlich unter Infaltionsrate

Damit liegen die Stadtwerke Sundern - insgesamt gesehen über alle drei Sparten - in diesem Zeitraum im Durchschnitt immer deutlich unterhalb der jährlichen Inflationsrate von Deutschland (~ 2 Prozent). „Diese Tatsache ist umso bemerkenswerter, da in dem Zeitraum von 2001 bis 2014 erhebliche Investitionen von über 48 Mio. Euro in den Bereichen Wasser (ca. 28 Mio. Euro) und Abwasser (ca. 20 Mio. Euro) getätigt werden mussten“, so Betriebsleiter Schwarberg. Im Vergleich dazu sind die Kostensteigerungen in den Bereichen „Strom“ und „Gas“ in den letzten 14 Jahren dagegen trotz Liberalisierung deutlich höher (s. „Preisentwicklungen Strom / Gas“ im Internet) ausgefallen.
Bei den Stadtwerken Sundern haben sich die Wassergebühren (inkl. Grundgebühr) in den letzten 14 Jahren um +21,9 Prozent erhöht. Sie bleiben aber seit dem Jahr 2010 und damit seit immerhin sechs Jahren konstant.

Die Abwassergebühren sind in diesem Zeitraum mit insgesamt +30,2 Prozent am stärksten angestiegen, sind aber nun schon zum dritten Mal in Folge konstant geblieben. Sie liegen aber bezogen auf die „Musterfamilie“ nur um 3,7 Prozent höher als in 2008 (bezogen auf den „Frischwassermaßstab“ also vor der Pflichteinführung der „getrennten Gebühr“). Die Einführung der getrennten Gebühr hat die Mehrpersonenhaushalte deutlich entlastet (bei der „Musterfamilie“ um -14,3 Prozent!). In 2011 zahlte die „Musterfamilie“ aber wieder in etwa die gleiche Abwassergebühr wie in 2008 beim Frischwassermaßstab. Im Bereich Abfall verzeichnen die SWS im Betrachtungszeitraum sogar eine Gebührensenkung von -23,8 Prozent. Für 2015 konnten die schon niedrigen Abfallgebühren der letzten Jahre nochmals um weitere 3,3 Prozent gesenkt werden.