Mehrheitlich für die Idee des Investors

Die Innenstadtentwicklung soll am Franz-Josef-Tigges- Platz mitten in Sundern vorangetrieben werden.
Die Innenstadtentwicklung soll am Franz-Josef-Tigges- Platz mitten in Sundern vorangetrieben werden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die von allen Seiten als dringend notwendig bezeichnete Attraktivierung der Sunderner Innenstadt nimmt konkretere Formen an.

Sundern..  Die von allen Seiten als dringend notwendig bezeichnete Attraktivierung der Sunderner Innenstadt nimmt konkretere Formen an: Am Dienstagabend hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur einen weitreichenden Beschluss mehrheitlich gefasst. Damit kann nun der Investor, die ITG aus Düsseldorf, weitere Schritte unternehmen. Dazu gehören, so hat Planer Helmut Berends aufgelistet, notarielle Kaufverträge mit allen beteiligten Grundstücksbesitzern, erforderliche Arbeiten für das Bebauungsplan-Verfahren (Gutachten etc.), Mietverträge mit den interessierten Handelsunternehmen und Detailplanungen.

Kritik von SPD und Grünen

Kritik hatte es im Vorfeld der Diskussion schon von den Grünen gegeben, die mit den Plänen direkt nach einem internen Gespräch an die Öffentlichkeit gegangen waren und vor erneuten übereilten Beschlüssen zugunsten eines Investors warnten. Aber auch der SPD-Antrag zur Stadtentwicklung war nicht ohne: „Wenn wir den beschließen, dann sind die Bücher sofort zu“, warnte Bürgermeister Detlef Lins zu Beginn der fast einstündigen folgenden Debatte. Jürgen ter Braak gab zu verstehen, dass einige Türen bei der SPD eingerannt seien, etwa die Werteermittlungen durch einen Gutachter ohne ein Bieterverfahren, ebenso die Faktoren Unterbringung der VHS und den zu verhindernden Leerstand des Bremkescenter.

Architektenwettbewerb umstritten

Aber ein Aspekt, der von der SPD geforderte Architektenwettbewerb, blieb umstritten: „Wenn der kommt, ist die ITG raus“, betonte Lins mehrfach. Er bot einen Arbeitskreis an, der das Bauvorhaben begleiten könne. Ähnliches hat die Stadt Arnsberg mit einem Gestaltungsrat installiert, so könnten ungewollte architektonische Entwicklungen verhindert werden.

Das forderte im Grunde auch die SPD: „Wir wollen nicht, dass die Bücher geschlossen werden. Wir möchten mit dem Investor etwas gemeinsam entwickeln. Und das Neue muss in die Innenstadt architektonisch hineinpassen“, fand Jürgen ter Braak. Er legte aber auch dar, dass man nicht nur den Investor sehe: „Die Bereitschaft der anderen Besitzer muss vorhanden sein, ebenfalls den Hintern hoch zu kriegen und selbst etwas zu schaffen.“ Und auch Magnus Bende von der FDP warb für eine sanfte Entwicklung in der Innenstadt: „Große Brocken sind nicht gewollt.“

Zeitdruck vorhanden

Zusätzlich erschwert wurde die Diskussion durch den Zeitdruck, den man hat: Ein Hausbesitzer hat schon mit einem anderen Kaufinteressenten verhandelt, will aber auf den Beschluss warten. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Schauerte legte dar: „Es sind gute Konzepte da, alles wir eingearbeitet. Der Investor hat es versprochen.“ Beigeordneter Meinolf Kühn klärte auf, dass Einfluss auf das Bauvorhaben jederzeit gegeben sei.