Mehr als 6000 deutsche Soldaten ziehen in Meinkenbracht ein

Meinkenbracht..  Bevor im Mai 1945 Nazideutschland kapitulierte, tobten auch im Sauerland noch erbitterte Kämpfe. So auch im Homertdorf Meinkenbracht.

Durch seine besondere Höhenlage war das kleine Dorf „zur Kriegsführung wie geschaffen und sollte dem Erdboden gleich gemacht werden“, so äußerte sich ein Offizier gegenüber einer besorgten Dorfbewohnerin damals.

Im April 1945 bezogen etwa 6000 bis 7000 Wehrmachtssoldaten Stellung vor den heranrückenden Amerikanern in und um Meinkenbracht. Die Dorfbewohner suchten verzweifelt Schutz in Kellern und abgelegenen Wäldern. Zwei Tage und zwei Nächte lieferten sich beide Seiten erbitterte Gefechte. Nachdem der Chef der Flak am 11. April gefallen war, rückten Flak und Artillerie ab. Nun übernahm jedoch die SS die Aufgabe mit dem Ziel, Meinkenbracht bis zum Letzten in dieser ausweglosen Lage zu verteidigen.

Als nach einer weiteren Bombennacht die letzten Wehrmachtssoldaten am 12. April abzogen, bot sich den überlebenden Meinkenbrachtern ein erschütterndes Bild: Elf Wohnhäuser waren komplett abgebrannt, alle weiteren stark beschädigt, elf Soldaten, darunter zwei Offiziere und ein französischer Arbeiter hatten den Tod gefunden. 56 Stück Großvieh waren in den Flammen umgekommen. Meinkenbracht wurde zur einzigen Notstandsgemeinde im Altkreis Arnsberg erklärt. Wie durch ein Wunder überlebten alle Meinkenbrachter die schrecklichen Tage und Nächte.

Die beiden gefallenen Offiziere wurden zunächst in der Homert beigesetzt. Später fanden sie ihre letzte Ruhestätte auf dem Kriegsgräberfriedhof in Eversberg. Bei Aufräumarbeiten wurde kürzlich das Grabkreuz der beiden Offiziere gefunden.