Lernen von den Massai

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Feierlich begingen Kirche und Stadt am Samstag das Patronatsfest, St. Johannes Evangelist

Sundern..  Feierlich begingen Kirche und Stadt am Samstag das Patronatsfest, St. Johannes Evangelist. Das Festhochamt am Abend konzelebrierte Altabt Stephan Schröer, gemeinsam mit dem Leiter des Pastoralen Raums Sundern, Pastor Michael Schmitt, Ralf Hubert Bronstert, neuer Pastor im Pastoralverbund Sundern, Ludwig Reffelmann, Leiter des Pastoralverbundes Siegen-Süd, Pastor Markus Röttger aus dem Pastoralverbund Höxter, dem der Sunderner Ludger Eilebrecht angehört, Pater Wilhelm Wöstheinrich und Pastor i.R. Gottfried Springmann sowie Msgr. Konrad Schmidt (Stockum).

Da Stadt und Kirche in Sundern gemeinsam feiern, waren zahlreiche Vertreter der Stadt, allen voran Bürgermeister Detlef Lins, der die Lesung vernahm, beim Gottesdienst anwesend. „Bürgermeister Franz Josef Tigges betonte, dass St. Johannes Evangelist der Patron der ganzen Stadt Sundern sei“, erklärte Pastor Michael Schmitt, bei der Begrüßung der Gemeinde und der Ehrengäste, „darum laden wir in jedem Jahr auch die Ortsvorsteher der Orte ein, ohne ihren Patronen etwas nehmen zu wollen.“

Predigt kommt von Herzen

So schien das auch niemand zu empfinden, denn auch die Ortsvorsteher waren zahlreich vertreten. Schmitts besonderer Dank galt dem Altabt der Benediktinerabtei Königsmünster, Stephan Schröer, dass dieser sich bereit erklärte, das Festhochamt zu zelebrieren. Er hatte diese Einladung gern angenommen. Die Predigt kam von Herzen, so dass die Gemeinde gebannt lauschte. Mit Humor und eindringlicher Gestik schwärmte er von Johannes, dem Evangelisten. Er sinnierte, wie der Heilige es damals aufgefasst haben muss, als von der Auferstehung Jesu die Rede war. Etwas ganz Neues passierte damals, der Tod sollte „… plötzlich nicht das letzte Wort haben“, so der Altabt. Johannes nahm das Neue an. Auch in unserer Zeit solle man nicht dem Vergangenen hinterher trauern, sondern Neues annehmen, jetzt und heute leben, forderte Schröer die Gemeinde auf.

Kirche in der Baracke

Dann erzählte er von einer Reise zu den Massai. Dort hab er eine Kirche gefunden, für die „die Bezeichnung Baracke noch geschmeichelt“ gewesen sei. Doch die Gemeinde belebte dieses Gebäude, indem sie leuchtende Kleidung und Perlenschmuck zum Gottesdienst trügen. Bei uns herrsche eher eine Kultur der Wehleidigkeit, der Verdrossenheit. Priestermangel, Geldmangel, eine Jammerkultur habe sich eingebürgert. „Eine kleine Zahl Verantwortlicher muss auch hier nun große Dinge leisten“, betonte er. Und wieder forderte er die Gemeinde, „ich freue mich schon jetzt auf neue Ideen aus Ihren Reihen, überraschen Sie die Verantwortlichen, füllen Sie die Gemeinde mit neuem Leben. Vielleicht können wir von den Massai lernen.“ Leben heute, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft war seine zentrale Botschaft. Zum Abschluss der Messfeier segnete Pastor Michael Schmitt den Johanneswein 2014.

Dank an Michael Schmitt

Anschließend traf sich die Gemeinde zum gemütlichen Beisammensein im Johanneshaus. Hendrik TePahs, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats St. Johannes und Christkönig, begrüßte die Gäste, zu denen nun auch Dechant Hubertus Böttcher und Pastor Richard Klarmann gestoßen waren. „Erstmals wurde im April 2014 ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat St. Johannes und Christkönig gewählt“, erklärte TePahs. „Wir haben lange überlegt und können nun feststellen, dass dieser Schritt der richtige war!“ Er dankte allen, die daran beteiligt waren und hob dabei besonders Pastor Michael Schmitt vor. Dieser habe enormen Einsatz für den Pastoralverbund gezeigt und es sogar geschafft, dass Pastor Ralf Hubert Bronstert nach Sundern kommen konnte. „Das ist heute nicht mehr selbstverständlich!“ Bürgermeister Detlef Lins dankte Altabt Stephan Schröer für eine „begeisternde Predigt“. Nach einem kleinen Imbiss erfuhren die Anwesenden von Dechant Böttcher mehr über die Zukunft des Pastoralen Raumes.