Klaus Tolle verlässt die CDU-Fraktion Sundern

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Was wir bereits wissen
Die Personalie Lins blieb auch am Wochenanfang das Thema Nr. 1 in der Stadt. Vor allem ging es in den Gesprächen darum, wer nun Kandidat bei der CDU werde.

Sundern..  Die Personalie Lins blieb auch am Wochenende das Thema Nr. 1 in der Stadt. Vor allem ging es in den Gesprächen darum, wer nun Kandidat bei der CDU werde. Unsere Zeitung sprach darüber mit Stefan Lange, Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Stadtverbandes. „Ich stehe in keinem Fall zur Verfügung“, machte der Diplom-Politologe ganz klar deutlich. Die CDU werde nicht wie vor sieben Jahren eine Findungskommission einsetzen: „Wir werden jetzt vom Vorstand einen Kandidaten/-in suchen und dann der Mitgliederversammlung vorschlagen.“ Wann dies der Fall sein wird, konnte Lange noch nicht sagen.

Derweil hat die Nicht-Nominierung von Detlef Lins auch Schäden in der eigenen Fraktion hinterlassen: Der stell. Fraktionsvorsitzender Klaus Tolle hat sein Amt niedergelegt und ist auch aus der Fraktion ausgeschieden. Tolle lässt derzeit prüfen, ob er mit diesem Status auch seinen Vorsitz im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur ausüben kann: „Auf Bitten aus Hagen behalte ich mein Ratsmandat, allerdings nur vorerst“, erklärte Tolle gestern unserer Zeitung. Für ihn seien die Gründe der Nicht-Nominierung nicht nachvollziehbar: „Ich bitte darum, dass die Verantwortlichen für diesen Schritt nun auch ihre Verantwortung leben.“

SPD begrüßt den Schritt

Eine grundsätzlich andere Meinung hat seit Monaten die SPD-Fraktion zur Personalie Lins: „Die Entscheidung des CDU-Stadtverbandes Sunderns, einen personellen Neuanfang zu starten, wird von der SPD in Sundern grundsätzlich begrüßt. Die SPD hatte in der Vergangenheit immer wieder gefordert, dass Bürgermeister Detlef Lins bis zur Aufklärung der von der Staatsanwaltschaft gegen ihn erhobenen Vorwürfe sein Amt ruhen lassen sollte“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Fraktionschef Michael Stechele und SDP-Stadtverbandsvorsitzendem Serhat Sarikaya. „Trotz alledem hätte ich mir ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl gewünscht“, betont Sarikaya: „Dass Bürgermeister Lins von seiner eigenen Partei fallen gelassen wird, zeigt, dass die CDU uneins in der politischen Arbeit ist und sich eingesteht, schwerwiegende Fehler begangen zu haben.“

Bekanntlich konnte sich die SPD im vergangenen Jahr mit einem Antrag im Rat, den Bürgermeister zu beurlauben, nicht durchsetzen: „Als Folge davon ist ein anhaltendes Führungsvakuum in Sundern spürbar“, stellt Michael Stechele fest. Wichtige strategische Projekte lägen nun auf Eis. Als Beispiele führt er den Antrag der SPD zur umfassenden Reform der Wirtschaftsförderung und die Innenstadtentwicklung an. „Das Projekt „Ferienpark steht kurz vor dem Aus“, erklärte Stechele. Damit wären Millionen an Investitionen in die Tourismusentwicklung in den Sand gesetzt worden. Außerdem entfalte die Verwaltungsreform keine Wirkung und der städtische Haushalt sei noch nicht verabschiedet.

Parteibuch nicht so wichtig

„Wir brauchen eine Persönlichkeit, die es versteht, die unterschiedlichen Interessen in dieser Stadt auszugleichen, Visionen entwickelt für ein attraktives und wirtschaftlich starkes Sundern in 15 oder 20 Jahren und es versteht, die dazu erforderlichen Schritte zu beschreiben und mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt durchsetzt“, formuliert Sarikaya ein entsprechendes Profil: „Diese Person muss diesen Weg mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt gehen. Dabei ist das Parteibuch nicht das wichtigste Kriterium.“