Ist Amecker Freibad noch zu retten?

Vor dem Tor ist Schluss: Thorsten Härtel diskutierte mit 50 Interessierten über die Möglichkeit, das desolate Freibad in Amecke in privater Regie neu zu eröffnen. Im Hintergrund ist der Wildwuchs zu erkennen.
Vor dem Tor ist Schluss: Thorsten Härtel diskutierte mit 50 Interessierten über die Möglichkeit, das desolate Freibad in Amecke in privater Regie neu zu eröffnen. Im Hintergrund ist der Wildwuchs zu erkennen.
Foto: WP

Amecke..  Aktuelle Bilder des Zerfalls, die Markus Neitzert auf Facebook gepostet hatte, lösten in der Vorwoche viele Emotionen rund um das alte Freibad in Amecke aus. Die Folge: Schon am Sonntag trafen sich gut 50 Personen, darunter Politiker von WISU und SPD, zum Gedankenaustausch über eine Wiedereröffnung in privater Regie.

Das Ganze zeigt, dass das alte Freibad immer noch die Gemüter in Sundern bewegt. Thorsten Härtel und Andrea Hegel-Härtel haben sich ein Herz genommen, um dem chaotischen Zustand des Freibades ein Ende zu bereiten. Die Resonanz auf ihre Aktion bezeichnet Härtel als einen Erfolg.

„Rein können wir nicht“, wies Härtel schon auf dem Hinweg auf das Betretungsverbot hin. Doch man sah auch schon von außen, dass das Freibad in einem mehr als desolaten Zustand ist. Sebastian Werk schüttelt traurig den Kopf: „Ich bin hier vom Planschbecken ins Schwimmerbecken hin­eingewachsen. Darum bin ich dabei, wenn der Versuch unternommen wird, das Freibad wieder mit Leben zu füllen!“ Nicht nur bei dem jungen Mann wurden Erinnerungen wach. Viele Ältere zeigten sich enttäuscht, eine Wohlfühloase habe die Politik als Ersatz für das Freibad versprochen und nun dieser Anblick und ansonsten nichts.

Klein Niklas will schwimmen

Der kleine Niklas (6) hat noch nie hier schwimmen können. „Das würde ich aber gerne“, versuchte selbst er die Organisatoren zum Handeln zu bewegen. Anna Adamczyk, Gründerin der Initiative „Wir gestalten Sundern“, möchte ebenfalls helfen. Sie sammelte gleich mit Thorsten Härtel Unterschriften der Anwesenden. Die Politiker Hans Klein (WISU) sowie Bernd Schwens und Michael Stechele (beide SPD) versprachen Unterstützung bei dem Vorhaben, das Freibad wieder aufzubauen.

Kann ein Trägerverein helfen?

Ob ein Trägerverein hier noch etwas Retten kann, scheint fraglich. Janine Bauer aus Menden machte trotzdem Mut. „In Menden klappt es gut mit dem Trägerverein!“ In zwei bis drei Wochen will man informieren, wie es weitergeht.

Wer helfeen möchte, kann sich bei Thorsten Härtel unter thhaertel64@gmail.com melden.

HINTERGRUND

Das Freibad Amecke wurde 2009 geschlossen. Zuvor hatte es massive Proteste gegeben.

Die Sorpesee GmbH hat das Erbbaurecht 2014 an die Stadt zurückgegeben. 55 000 Euro waren davor jährlich fällig, informierte Kämmerin Ursula Schnelle. Anwesende Politiker sahen dies anders. Derzeit gibt es bei der Stadt nur noch die notwendigen Kosten für die Verkehrssicherungspflicht.