Im Rathaus beginnt die Arbeit für die Wahl

Sundern..  Am 13. September wählen die Sunderner Bürger einen neuen Bürgermeister bzw. eine Bürgermeisterin. Noch kann nur spekuliert werden, wer die möglichen Kandidaten/innen sind, die von den Parteien aufgestellt werden. Denn gerade erst haben zwei Findungskommissionen ihre Arbeit aufgenommen. Mit Ergebnissen ist also derzeit nicht zu rechnen (siehe dazu Infobox).

Zwei Dinge sind aber sicher: Seitdem Ende Februar der erweiterte Vorstand des CDU-Stadtverbandes getagt und festgelegt hat, dass man nicht den Amtsinhaber Detlef Lins nominieren wird, hat sich in der Stadt einiges getan. Erstmals wird es ein Bündnis der Parteien und Fraktionen im Rathaus, die zusammen die Mehrheit von 22 der 40 Stimmen haben, gegen die CDU geben. Denn die Zeiten sind andere geworden.

Nach den immer noch nicht aufgeklärten Ereignissen um die Insolvenzen der Stadtmarketing-Töchter Gastwelten GmbH und Sundern Projekt GmbH hat die CDU bei der Kommunalwahl vor einem Jahr die absolute Mehrheit verloren. Es reichte in den 19 Bezirken immerhin noch zu 18 Direktmandaten für die Union, nur in Westenfeld siegte Rüdiger Laufmöller von der FDP und zog direkt ins Rathaus ein. Und mit der WISU, einer Vereinigung aus Bürgerinitiativen aus Amecke, Stemel und Hachen, zog die erste Bürgerpartei ins Rathaus ein, ebenso die Linke mit einem Sitz.

Im Zeichen der neuen Transparenz und der leeren Kassen ist nun ein Amtsinhaber gefragt, der vieles können sollte: „Wir brauchen eine Persönlichkeit, die es versteht, die unterschiedlichen Interessen in dieser Stadt auszugleichen, Visionen entwickelt für ein attraktives und wirtschaftlich starkes Sundern in 15 oder 20 Jahren und es versteht, die dazu erforderlichen Schritte zu beschreiben und mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt durchsetzt“, formulierte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Serhat Sarikaya ein entsprechendes Profil in einer Stellungnahme zur Personalie Lins Ende Februar.

„Diese Person muss diesen Weg mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt gehen. Dabei ist das Parteibuch nicht das wichtigste Kriterium.“ Inzwischen hat das angesprochene Bündnis aus fünf Parteien und Fraktionen schon die erste Großanzeige geschaltet. Gesucht wird bundesweit nach einem/r Kandidaten/in.

Die Bewerbungsphase läuft dort bis 9. Mai. Danach tagt die neunköpfige Findungskommission erstmals, sollte ein Kandidat oder eine Kandidatin gefunden werden, wird es fünf Parteitage in Folge geben, die zustimmen müssen. Mit der endgültigen Nominierung ist im Juni zu rechnen.

In der Folge zeigt unsere Zeitung, was bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 13. September, zu beachten ist.

Wohnort

Der derzeitige Wohnort eines Kandidaten spielt keine Rolle in der jetzt gültigen Gemeindeordnung: Wählbar ist, wer am Wahltag Deutscher im Sinne von Artikel 116 des Grundgesetzes ist oder wer die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedes der Europäischen Union besitzt und eine Wohnung in der Bundesrepublik Deutschland inne hat.

Alter

Der/die Kandidaten/innen müssen das 23. Lebensjahr vollendet haben.

Demokratisch

Ein/e Kanditat/in sollte die Gewähr dafür bieten, dass er/sie für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt. Nicht wählbar ist, wer vom Wahlrecht ausgeschlossen ist.

Wähler und Wählerinnen

Der Bürgermeister wird von den Sunderner Bürgern gewählt in einer freien, gleichen und geheimen Wahl für die Dauer von fünf Jahren.

Kandidaten

Seit dem die CDU im Februar erklärt hat, sich einen neuen Kandidaten/in zu suchen, läuft nun alles auf eine Aufstellung von zwei Kandidaten/innen hinaus: einer von der CDU und einer/eine vom Bündnis der fünf anderen im Rat vertretenen Parteien.

Fristen

Nach dem amtlichen Bekanntmachung zur Bürgermeisterwahl im März haben die Parteien oder auch Einzelbewerber bis zum 27. Juli Zeit, den Kandidaten bei der Stadt Sundern bis 18 Uhr zu melden, das ist der 48. Tag vor der Wahl.

Stichwahl

Eine Stichwahl ist bei der nun zu erwartenden Konstellation von zwei Kandidaten eher unwahrscheinlich. Denn sie wäre nur dann möglich, wenn beide Kandidaten/innen genau 50 Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen. Ansonsten ist die Sache am 13. September entschieden.

Namen

Mögliche Namen wurden viele gehandelt, da wurde nach dem Eklat im Februar vor allem der CDU-Vorsitzende und Fraktionschef Stefan Lange selbst an erster Stelle genannt. Doch schon eine Woche später erklärte der Diplom-Politologe, dass er nicht zur Verfügung stehe. Das Ohr der Redakteure in Arnsberg und Sundern erreichen viele andere Namen, sei es von verdienten Ortsvorstehern, Ratsmitgliedern aller Coleur, Rathausmitarbeitern und auch engagierten und erfolgreichen Bürgern/innen aus Sundern oder den Ortsteilen.