Heimatbund Sundern hat Vorschläge

Tillmann Kreuz
Tillmann Kreuz
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Beschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung, die Pläne für ein neues Center in der Innenstadt mit der Düsseldorfer ITG voranzutreiben, wird in der Stadt heiß diskutiert.

Sundern..  Der Beschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung, die Pläne für ein neues Center in der Innenstadt mit der Düsseldorfer ITG voranzutreiben, wird in der Stadt heiß diskutiert. Viele Menschen beschäftigt die Zukunft Sunderns. Dabei sind die in der Redaktion eingegangenen Stellungnahmen nur ein Teil der Diskussion.

Sunderner Heimatbund und Museumsverein „Alte Kornbrennerei“ befürworten grundsätzlich die Bestrebungen, „unsere Heimatstadt attraktiver zu machen“, schreiben Dr. Friedrich Schulte-Kramer und Herbert Müller. „Wir sind aber der Meinung, dass ein Abriss des alten Schulgebäudes einen Verlust an Identität der Innenstadt bedeuten würde.“ Zusätzlich listen sie dort historisch und kulturell bedeutenden Punkte auf: das unter Denkmalschutz stehende Tillmanns Kreuz, der Franz-Josef-Tigges-Platz und das Gebäude der Johannes-Schule, das für viele Menschen in Sundern einen „hohen ideellen Wert“ habe.

Kreuz in Fassade integrieren

Beide Vorsitzenden bringen dann aber konstruktive Anregungen aus den Vereinen: Das Kreuz könne man später in die Fassade des neuen Gebäude integrieren. Da in aller Regel in Einkaufszentren Freiflächen, die zum Flanieren, gegebenenfalls aber auch für Veranstaltungen genutzt werden können, entstehen, könne man „eine derartige Freifläche passender Größenordnung als Franz-Josef Tigges Forum“ benennen. Als Ersatz für die VHS böten sich zwei Alternativen an: das Gebäude neben dem Rathaus (Gastwelten) und die ehemalige Bonhoeffer-Schule.

„Für das Gebäude der alten Johannes-Schule ist natürlich der weitgehendste Wunsch der vollständige Erhalt des Gebäudeäußeren“, mahnen Schulte-Kramer und Müller und verweisen nach Lippstadt, wo mehrere alte Gebäude vollständig entkernt und die Fassaden erhalten wurden. „Einen sterilen Bau, wie das Brückenzentrum in Arnsberg oder die Stadthalle in Meschede kann man ja wohl nicht wollen“, finden beide.

An einem anderen Punkt setzt Antonius Becker von den Grünen in einer umfangreichen Stellungnahme an: „Wir müssen uns jetzt entscheiden, was wir wollen: ein Einkaufscenter oder aber unsere Stadt attraktiv für die Sunderner machen“, erklärt er die Pole. Er warnt, „mit Vollgas in das nächste Pleiteprojekt“ zu fahren. „Dabei steht Sundern im Vergleich mit anderen Städten in punkto Immobilien-Leerstand noch ganz gut da“, argumentiert er. Der Kardinalfehler für das Einkaufen im Zentrum sei der Bau des Marktkaufs auf der grünen Wiese gewesen. Jetzt müsse versucht werden, die Innenstadt den aktuellen Gegebenheiten gemäß weiterzuentwickeln. Ein Center hätte Folgen: „Die Einzelhändler in Sundern werden sich die Miete dort nicht leisten können. So sind es die großen Ketten, die dort eventuell Filialen einrichten werden, beispielsweise Rossmann. Dadurch aber wird neuer Leerstand in der Fußgängerzone produziert. Das kann nicht im Interesse der Kaufmannschaft sein“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende.

Weiteres Risiko vermeiden

Und wie sieht für ihn eine Alternative aus? „Statt also dieses neue unabsehbare Risiko einzugehen, empfehle ich, sollte man erst einmal auf das Vorhandene schauen. Ein qualitativ hochwertiges Lebensmittelangebot muss in die Innenstadt - ohne neues Einkaufszentrum. Besserer Anschluss des Bremkes-Centers für Fußgänger und attraktivere Gestaltung der Immobilie. Die wichtigste Aufgabe für die Innenstadt liegt darin, die Aufenthaltsqualität zu verbessern.“ Das bestehende Potenzial sei bei Weitem noch nicht ausgeschöpft, sieht Becker: „Die Bäche Röhr und Linnepe erlebbar machen, für alle Generationen mehr Begegnungsorte im öffentlichen Raum schaffen, mehr und schönere Grünanlagen in die Stadt. Die Fußgängerzone in der jetzigen Form weiterentwickeln, indem planerische Schwerpunkte festgelegt werden, für Wohnen, Einkaufen und Gastronomie. „

Ziel müsse es sein, sauber Schritt für Schritt vorzugehen und die Verbesserung der Lebensqualität aller Bürger anzustreben: „Riskante Projekte, gerechtfertigt mit dem Etikett Wirtschaftsförderung, kann sich Sundern nicht mehr leisten! Es ist Zeit für eine Stadt einzutreten, in der die Menschen sich wohlfühlen, in der sie gerne leben und einkaufen.“