Halbe Million Euro bei Produktion kassiert
13.05.2009 | 16:04 Uhr 2009-05-13T16:04:00+0200Sundern. (kl) Mittlerweile haben sieben Bandenmitglieder der Produktionsgenossenschaft „Profi-Indoor-Marihuana-Plantagen” ihren Aufenthaltsort aus dem grünen Bereich des Pflanzenanbaus in den der grauen der Haftanstalten gewechselt. Unfreiwillig, denn sie sind zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.
So wie die sechs Täter vor ihm wurde jetzt nach zwei Verhandlungstagen der in der Rangfolge der Bande an dritter Stelle fungierende 41-jährige Frankfurter wegen gewerbs- und bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmittel verurteilt. Von 2003 bis 2007 war er am Aufbau und der Organisation von vier der bekannt gewordenen sieben Marihuana-Plantagen beteiligt. Noch bevor das kriminelle Treiben der Bande aufgeflogen war, hatte sich der Angeklagte von seinen Kumpanen getrennt, lebte vorübergehend in der Schweiz und dann in Portugal. Dort wurde er auch verhaftet.
Vor Gericht legte er, ebenso wie die anderen Täter, ein frühes umfassendes Geständnis ab. Nach seinen Angaben hatte er bei elf Ernten mitgewirkt und für die dabei produzierten über zwei Tonnen Marihuana rund eine halbe Million Euro kassiert. Mit dem Geld habe er seine hohen Schulden beglichen und Konten in der Schweiz und Portugal angelegt. Das jetzt noch existierende Vermögen in Form von Bargeld, Aktien und Wertgegenständen in Höhe von gut 200 000 Euro wird vom Gericht eingezogen.
Der Staatsanwalt machte in seinem Plädoyer deutlich, dass der Angeklagte durch sein Mitwirken dazu beigetragen habe, ca. 17 Millionen Konsumeinheiten Marihuana mit höchstem Wirkungsgrad herzustellen. Nach seiner Verhaftung habe er ein Geständnis abgelegt und mit der Polizei zusammengearbeitet, was zur Aufdeckung weiterer Straftaten führte. Er beantragte für elf begangene Taten eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Nur bei der Hochrechnung der Mindeststrafe von fünf Jahren pro Tat komme man auf ein Strafmaß von insgesamt 55 Jahren. „Gut, dass Sie in Deutschland leben.”
Die 2. Große Strafkammer verurteilte den in der Hierarchie der zehnköpfigen Bande an dritter Stelle rangierenden und von seinen Mitarbeitern als „Sklaventreiber” bezeichneten Angeklagten zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft.
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