Genäht, gemalt, gebastelt – und nebenbei auch noch geprobt

Was für ein Erfolg! In der ­Johannesschule konnte der Chor „Barditus“ unter Leitung von Gabi Rohe den 1000sten Zuhörer begrüßen. Seit 20 Jahren ist der Chor aktiv und immer für eine besondere Aufführung gut. Zum Jubiläum beschlossen die Sänger/-innen nun, ein Musical einzuüben. „Sister Act“ faszinierte alle – und so begann man mit der Vorbereitung. Gabi Rohe zählte bei der Begrüßung der Zuhörer die geleisteten Arbeiten auf.

Alle Solos aus den eigenen Reihen

„Die Sänger haben genäht, gemalt, das Bühnenbild erdacht und nebenbei auch noch geprobt“, lobte sie die Aktivitäten. Besonders stolz ist sie, dass der Chor für keinen Solopart eine „Aushilfe“ benötigte. „Alle Solostellen sind aus den eigenen Reihen besetzt, da ist so manch einer über sich hinaus gewachsen!“ Recht hat sie.

Die dreigeteilte Bühne war authentisch und praktisch gestaltet. Vorhang auf: Man befand sich im Raum der Wache, in dem Deloris (Karin Fischer) den Mord meldet, Vorhang zu, wieder auf – schon war man an gleicher Stelle im Büro der Mutter Oberin (Lisa Becker).

Schauspielerisch glänzte Silke Dierich, die die überdrehte Mary Patrik darstellte. Mit ihren Lachern riss sie das Publikum mit. Ebenfalls hervorstechend Andrea Schmidt, die die schüchterne Mary Roberts verkörperte. Thorsten Meissner brachte als Polizist Sauther die Herzen zum Schmelzen. Nicht nur, dass er sich rührend und konsequent um Deloris kümmerte, er sang „You raise me up“ mit deutschem Text so einfühlsam, dass alle mitfühlten.

Doch auch jede andere Rolle wurde überzeugend dargestellt. Gesanglich traten mit ihren Solos/Duetts Lisa Becker (Mutter Oberin), mit „Hier an diesem Ort“, Michael Albers und Niclas Latussek(Messdiener) mit „Let me entertain you“, Silke Dierich und Britta Lieder (Mary Lazarus) mit „Meine Offenbarung“, Berthold Plesser(Priester) mit „Oh happy Day“, Andrea Schmidt (Mary Robert) mit „Die Welt die ich nie sah“, Karin Fischer „Erkenntnis“, Wolfgang Schröer mit „Ich mach sie kalt“ und Lisa Becker und Karin Fischer mit „Lass die Liebe herein“.

Der Ganove Vince wurde von Wolfgang Schröer hervorragend gespielt und die wohl schwierigste und umfangreichste Rolle der Deloris bestechend gut von Karin Fischer.

Kleine Einlagen wie „Der Mond ist aufgegangen“ – vom Männerchor durch das Publikum schreitend gesungen – lenkten den Blick auch in die Zuschauerreihen hinein.

Begleitet wurde der Chor von Wolfgang Bitter am Keyboard und Axel Klute am Schlagzeug. Selbst das Drehbuch kam aus den Federn von Silke Dierich, Barbara Wachauf und Gabi Rohe.

Drei Zugaben mussten Barditus und die Musiker geben, bevor ein frenetisch applaudierendes Publikum sie von der Bühne ließ.

Publikum geht toll mit

Wie hoch die Welle der Begeisterung schlug, zeigte sich im Abschlussgeschehen. Die 1000ste Besucherin erzählte schon als sie begrüßt wurde, dass sie sie im Urlaub auf Mallorca am Nebentisch von Sister Act hörte, und da sie selbst im Chor singt, sich noch schnell Karten besorgte. Sie ging zum Abschluss ans Mikro und bedankte sich begeistert für die tolle Vorstellung. „Das Publikum ging so toll mit und gab uns damit so viel, dass es uns leicht fiel, zurückzugeben“, erklärte die erste Vorsitzende von Barditus, Lissa Klute.