Geldbörse fliegt vom Autodach in den Straßengraben

Stockum..  Es war ein Tag wie jeder andere, Victoria Neitzert hatte ihn mit der Familie verbracht und wollte am Abend noch ihre Großmutter von Stockum zurück nach Neheim fahren. Sie fuhren los, doch als die Tankanzeige blinkte, fuhr die junge Frau erst zur Bank, dann zur Zapfsäule der Tankstelle. Sie stieg aus, doch Benzin gab es nur noch über den Automaten. Darum zahlte sie erst mit der EC-Karte und nicht bar, um dann zu tanken. Dass sie das Portemonnaie dabei auf das Dach des Autos legte, um die Zapfsäule zu bedienen, war mehr Reflex als bewusst.

Da liegt was im Graben

Ungefähr zur selben Zeit stiegen Heinz Reuter und Petra Japes-Reuter in Dörnholthausen ins Auto. Sie ließen sich vom Bruder und der kleinen Nichte zu einer Feier fahren. Als sie auf der Landstraße Richtung Sundern in Höhe des Rothländerwegs waren, blinkte Heinz Reuter etwas ins Auge. „Stopp mal, da lag was“, forderte er seinen Bruder auf. „Das wird nur Müll sein“, meinte dieser, trotzdem drehte er gleich um. Sie fanden ein dickes Portemonnaie, die Karten darin blitzten im Scheinwerferlicht. Gleich stiegen alle aus. Das war „…wie in einem Traum“, erinnerte sich das Ehepaar. „Überall lag das Geld auf der Straße.“

Mit Handylicht Geld gesucht

Mit der Taschenlampe am Handy und den Scheinwerfern leuchteten sie die Gegend aus und suchten, liefen über die Wiese und die Straße und steckten den gefundenen Geldschatz zurück in die Börse. Obwohl sie spät dran waren, fuhren sie erst zu der Adresse, die auf den Papieren stand. Mutter Kerstin Neitzert konnte es nicht glauben, dass es so ehrliche Finder gab, die das Geld auch noch einsammelten. „Erst mal alle reinkommen“, ließ sie sich nicht auf ein einfaches Abgeben an der Tür ein. Schnell rief sie ihre Tochter an, die gerade bei der Oma losfuhr. „Schau mal ins Portemonnaie!“ „Hat Oma heimlich was reingesteckt“, lachte Victoria Neitzert, die den Verlust noch gar nicht bemerkt hatte. Doch dann der Schreck, der nur kurz währte. „Das Portemonnaie muss ja noch ein ganzes Stück mitgefahren sein. Ich war so dankbar, dass es die Finder abgegeben haben“, freut sie sich. Für das Ehepaar Reuter und ihre Verwandten war diese Aktion selbstverständlich.

Lehrreich für die Nichte

„Unsere Nichte hat sich so gefreut, dass sie das Geld wieder zurückgeben konnte“, erinnern sie sich an den Abend zurück. „Und sie hat gleich gelernt, dass Ehrlichkeit wichtig ist.“ Auf diesem Wege möchten Victoria Neitzert und ihre Familie noch einmal den ehrlichen Findern ganz herzlich Danke sagen.