Gefährliches Baden direkt am Anleger

„Schiff kommt!“ Der achtjährige Leandro erschreckt sich, und auch sein Hund bekommt Angst vor dem mächtigen Schiff.
„Schiff kommt!“ Der achtjährige Leandro erschreckt sich, und auch sein Hund bekommt Angst vor dem mächtigen Schiff.
Foto: WP

Amecke/Langscheid..  „Schiff kommt!“ ­Leandro (acht Jahre alt) weiß, was der Ruf seiner Mutter bedeutet. Sofort steht er von der nah am Anleger liegenden Decke auf und geht aus dem Gefahrenbereich. Hund Sancho erschrickt trotzdem vor dem mächtigen Ding was da auf das Ufer zukommt und möchte noch weiter weg. Tiere bemerken die Gefahr, die vom Schiff ausgeht sicher schneller als Menschen. Seit das Wetter alle an den Sorpestrand zieht, hat Kapitän Udo Bierhoff schon so manche brenzlige Situation erlebt.

„Als ich den Nachtanleger anfuhr, schwammen dort zehn Kinder. Die MS Sorpesee wurde von einer Böe erfasst und bis auf fünf Meter an die Kids herangetrieben,“ beschreibt er den Moment, der ihm auch ohne Hitze den Schweiß fließen ließ. Aber auch mitten in der Sorpe und an den Tagesanlegestellen sind die Leute unbelehrbar. „Sie sehen zu, wie das Schiff kommt und schwimmen nicht weg!“

Bremsvorgang nicht wie beim Auto

Udo Bierhoff hat es in seiner erst kurzen Zeit als Kapitän schon zu oft erlebt. Ob im Wasser eine Ente schwimmt oder es doch der Kopf eines Menschen ist, kann der Kapitän erst ab einer Entfernung von etwa 50 Metern erkennen. „Dann ist es definitiv zu spät um abzubremsen, alle Bremsvorrichtungen zu betätigen dauert von der Gefahrenerkennung an ja schon fast 30 Sekunden. Das Schiff bremst nicht wie ein Auto!

Auch dieses Mal ist eine Familie im Wasser, die viel zu nahe am Anleger in Langscheid schwimmt. Sie ist sich der Gefahr absolut nicht bewusst und sieht dem Schiff zu. „ Heute geht kein Wind, da geht es. Aber wenn die MS Sorpesee von einer Böe getroffen worden wäre hätte ich keine Chance“, so der Kapitän.

Er ruft alle Sorpebesucher auf, die Verbotsschilder an den Anlege­stellen zu beachten. „Auch wenn es nicht so aussieht, es besteht Lebensgefahr.“