Franz Müntefering - Basis an der Röhr nie vergessen

In seiner Zeit als Vizekanzler würdigte seine Heimatstadt Sundern SPD-Politiker Franz Müntefering mit der Ehrenbüger würde. Die Ehrung nahm der damalige Bürgermeister Friedhelm Wolf (rechts) vor.
In seiner Zeit als Vizekanzler würdigte seine Heimatstadt Sundern SPD-Politiker Franz Müntefering mit der Ehrenbüger würde. Die Ehrung nahm der damalige Bürgermeister Friedhelm Wolf (rechts) vor.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Im Kriegsjahr 1940 wurde Franz Müntefering in Neheim-Hüsten geboren. Am 16. Januar 2015 feiert der Ehrenbürger von Sundern seinen 75. Geburtstag.

Sundern.. Nicht jeder kann von sich behaupten, dass man ihn nur an seinem Vornamen identifizieren kann. Bei Franz Müntefering ist das so. Und das schon 50 Jahre. Wenn es heißt „Franz ist da“, dann weiß jeder an Röhr, Sorpe und Linnepe, was es damit auf sich hat. Gut möglich, dass man ihn dann in seiner früheren Stammkneipe, dem „Stadtkrug“, sieht oder als Gast bei den Freunden Max Lehnert oder Gerd-Josef Plass.

Wo er den heutigen Tag, seinen 75. Geburtstag, verbringt, ist unbekannt. In seiner Heimat denken heute viele an ihn, denn der Franz hat es geschafft, von der Volksschule zum Vizekanzler, so eine Kurzbiografie des SPD-Vollblutpolitikers.

Ausbildung zum Industriekaufmann

„Er hat auf einer Sprosse angefangen, von der mancher Technokrat in seiner Partei gar nicht weiß, dass es sie gibt“, hat Theo Hirnstein an gleicher Stelle zum 50. Geburtstag über „Münte“ geschrieben. Und da lagen ja die ganz großen Sprossen noch vor dem Sunderner Sozialdemokraten, der im Kriegsjahr 1940 in Neheim-Hüsten geboren wurde, aufgewachsen ist er dann in Sundern und machte die Ausbildung zum Industriekaufmann.

Später arbeitete er bei der Metallfirma Pingel, die damals noch am heutigen Schirgiswalder Platz ansässig war. Nahe dem Sunderner Kino, dem „Röhrli“. Dort wurden keine freizügigen Filme gezeigt, weil die CDU den Besitzer bezahlte, um Sundern sauber zu halten. Franz Müntefering sah das nicht ein und kämpfte als junger Ratsherr, bis die Freiheit der Freizügigkeit hergestellt war.

Mal sehen, ob es was bringt

„Ich will mal sehen, ob das was bringen kann“, sagte der Jubilar, als er 1966 in den SPD-Ortsverein Sundern eintrat. Und es wurde etwas: Von 1969 bis 1979 saß er im Rat der Gemeinde, später der Stadt Sundern. Unter dem Motto „Wissen woher man kommt“ schreibt Franz Müntefering auf seiner Internetseite: „Politik ist nichts theoretisches. Sie ist konkret und hat Wirkungen für Menschen – am besten positiven Nutzen für Viele.“

Und daran hat er sich gehalten, seit er mit 26 Jahren begann Politik in seiner Heimatstadt zu machen. Zehn Jahre später wurde er erstmals Kandidat für den Landtag, da hatte er aber schon ein Jahr als Bundestagsabgeordneter hinter sich. Die zahlreichen Kontakte, die Franz Müntefering hatte, waren für seine Heimatstadt immer wichtig.

Schröder und Beck ins Sauerland gelotst

Losgelöst von Tagespolitik lotste er viele hochrangige Sozialdemokraten wie Gerhard Schröder oder Kurt Beck ins Sauerland und zeigte ihnen, woher er stammt.