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Jugend in Sundern

'Es ist nicht die Hölle hier'

23.09.2009 | 16:42 Uhr
'Es ist nicht die Hölle hier'

Sundern. Trotz seiner 18 Jahre ist Philipp Becker gerne Sunderner: Es habe auch viele Vorteile, in einer Kleinstadt aufzuwachsen, ist der junge Mann sicher. Die WP fragte genauer nach.

Dass es nicht unbedingt die Hölle sein muss, seine Jugend in einer Kleinstadt zu verbringen, in der Nachtbusse und Diskotheken wie eine Utopie erscheinen, zeigt das Beispiel von Philipp Becker. Der Enkel des ehemaligen Ortsvorstehers Friedel Plitt genießt sein junges Leben in vollen Zügen. Ob Dirt-Biken bei den „El Flamingos”, Imagevideo-Dreh für heimische Firmen oder Abrocken mit „D!sorder”: Langeweile ist für den Zwölftklässler ein Fremdwort. Erst vor wenigen Tagen weihten der Trendsportliebhaber und seine Truppe eine selbst errichtete Dirt-Bike-Strecke ein. Scheu vor Initiative kann man dem 18-Jährigen und seinen Freunden definitiv nicht nachsagen. Die WP sprach mit dem „jungen Macher”:

Westfalenpost: Philipp, Du hast Dich beim Videoprojekt „Ich kenn' da einen” der Video-AG des Gymnasiums engagiert. Wieso?Philipp Becker: Wir von „El Flamingo” wollten Sundern möglichst gut repräsentieren. Zudem waren wir für Stunts mit unseren Dirt-Bikes sowie für die Technik zuständig.

Frage: Der Film sagt aus, dass das Leben für Jugendliche in Sundern gar nicht so schlimm und stupide ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Durch leichte Veränderungen im Stadtbild wäre sogar ein perfektes Umfeld geschaffen. Denkst Du auch so?Becker: Ich finde es hier auf jeden Fall besser als in irgendeiner Großstadt, da man hier einige Möglichkeiten hat, die mir z.B. in Berlin fehlen würden. Klar gibt es immer etwas, das besser sein könnte. Ich erinnere da an den Platz hinter dem Bremkes-Center, der sich sicherlich gut als kleine Parkanlage mit Sportmöglichkeit machen würde. Sicherlich wären auch die Busverbindungen insgesamt zu verbessern. Doch auf der anderen Seite: Wer hat schon einen See und ein so tolles Skigebiet direkt vor der Haustür?Frage: Du genießt Deine Jugend in Sundern also?Becker: Das würde ich schon sagen. Allerdings heißt das nicht, dass man nicht erst einmal hier weg möchte.

Frage: Wie sehen denn Deine Pläne nach dem Abitur in Sundern aus?Becker: Ich plane, direkt einige Zeit im Ausland zu verbringen, ein freiwilliges soziales Jahr einzulegen. Danach will ich studieren.

Frage: Könntest Du Dir vorstellen, im Alter in heimische Gefilde zurückzukehren?Becker: Das kann ich mir durchaus vorstellen. Mir gefällt es ja, wie bereits erwähnt, sehr gut hier — und ein Anreiz, später wieder in Sundern zu leben, ist sicherlich gegeben.

Tobias Gunkel

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