Ein Vordenker nimmt Abschied

Bernd Bruns erhält von Schülern ein Bild mit Fingerprints
Bernd Bruns erhält von Schülern ein Bild mit Fingerprints
Foto: WP
Was wir bereits wissen
War es kurz oder lang? Bernd Bruns philosophierte gestern in der Mensa der Hauptschule: „Es war auf die Lebensarbeitszeit eher ein kurzer Abschnitt, aber ein intensiver und ein schöner.“

Sundern..  War es kurz oder lang? Bernd Bruns philosophierte gestern in der Mensa der Hauptschule: „Es war auf die Lebensarbeitszeit eher ein kurzer Abschnitt, aber ein intensiver und ein schöner.“ Zuvor hatte er in einem Sketch über Ausreden für nicht erledigte Hausaufgaben die Verbindungen zwischen altem und neuem Berufsfeld gesehen: „Genau dies habe ich gestern erlebt. Und gesagt, wenn es immer schon so war, dass alle Ausreden gelten, dann sollten wir jetzt anfangen, etwas zu ändern.“

Viele erkennen darin den wahren Bernd Bruns, denn der ehemalige Schulleiter der Hauptschule hat in den fünf Wirkensjahren einiges geleistet und viel erreicht. „Auch wenn Sie uns manchmal an die Grenzen geführt haben“, so Claudia Zeil vom Kollegium. Denn das hatten alle Reden und Wortbeiträge gemeinsam: Bruns war an der Hauptschule ein Vordenker, der vieles eingeführt hat, bevor es in Düsseldorf überhaupt erkannt, angedacht und in ministerielle Erlasse umgesetzt wurde.

Dank an die Lotsen

Sein Dank galt den beiden Lotsen Matthias Mörstedt und Paul Schmitz: „Ihr habt mich damals an die Hand genommen und mich in Sundern eingeführt.“ Vor allem die Erkenntnis, dass in Sundern nicht nur mal eben die Wände neu gestrichen werden sollten, wie es der Schulrat andeutete, sondern, dass wohl erst noch die Wände für die Farbe gebaut werden mussten, stellten Bruns und Team in der dreijährigen PCB-Sanierung bei laufendem Betrieb vor ständige Herausforderungen.

Aber auch pädagogisch galt es Neuland zu betreten: Inklusion, Migrationsklasse, Schulstunden, die nun 60 Minuten dauerten, Aktion Förderband. Oder eine Klassenfahrt nach Italien in die Partnerstadt Calopezzati. „Dabei haben Sie es immer geschafft Geldquellen aufzutun“, hielt Kollegin Zeil fest. Wer alles, zu solchen Aktivitäten beigetragen hat, zeigte sich gestern in der gut einstündigen Verabschiedung: Stadt Sundern, Bürgerstiftung, Schul-Förderverein, Förderverein Calopezzati usw.

Dank gab es nicht nur vom derzeitigen kommissarischen Schulleiter Matthias Mörstedt, auch Bürgermeister Detlef Lins sagte vor allem angesichts von 74 Neuanmeldungen ein dickes Dankeschön: „Wir hätten längst eine Sekundarschule, wenn nicht Bernd Bruns und sein Team so eine tolle Performance hingelegt hätten“, hielt Lins fest. „Du hinterlässt ein gut bestelltes Haus“, fügte er hinzu. Gleichzeitig gestand er, dass Ideen wie 60-Minuten-Stunden in der Verwaltung für Schweißperlen gesorgt hätten.

Staffelstab übergeben

Mörstedt dankte für die Teambildung und, dass „du Team in der Schule ermöglicht“ hast. Bernd Bruns selbst wünschte seiner jetzt alten Schule eine weiterhin lebendige Kommunikation und dass man Schüler mit guten Werten auf den Weg schicken könne. Anschließend übergab er einen Staffelstab mit vielen Charakterzügen an seinen derzeitigen Nachfolger.