Ein historischer Schritt?

Windkonzentrationsflächen an der Hellefelder Höhe. Am 2. Dezember beschloss der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur der Stadt Sundern mit einer Stimme Mehrheit von CDU und Grünen gegenüber SPD, FDP und WISU unter Inanspruchnahme des Staatlich anerkannten Erholungsgebietes „Altes Testament“ auf der Hellefelder Höhe eine Konzentrationsfläche für Windenergie auszuweisen. In der öffentlichen Wahrnehmung ist es seitdem um dieses brisante Konfliktthema still geworden.


Bedeutende Gründe machen es notwendig, diesem Ausschussbeschluss zu widersprechen und im Interesse des Landschaftsschutzes und der Erholungsfunktion das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Die Fakten:


Die Ausschussentscheidung wurde ohne Bürgerwille getroffen: Eine Bürgerversammlung vor Ort, in der die Standortpläne auf der Hellefelder Höhe mit Hilfe einer Visualisierung dargestellt und umfassend erläutert werden konnten, wurde nicht durchgeführt. Infoveranstaltungen fanden nach meinem Wissen in Ortsteilen statt, die von den aktuellen Plänen nicht unmittelbar betroffen sind.


Die im Regionalplan der Bezirksregierung erklärte Tabuisierung für Windkraftanlagen in Kur- und anerkannten Erholungsgebieten wird ignoriert.


Eine Kommunalpolitik, die trotz Alternativen auf einer über 190 qkm großes Stadtfläche, die Teilaufgabe eines staatlich anerkannten Erholungsgebietes betreibt und einen erheblichen Attraktivitäts- und Imageverlust in Kauf nimmt, stellt die Erholungsfunkion in Frage.

Die Befürchtung, dass die erwähnte Ausschussentscheidung unter Berücksichtigung möglicher Optionen, als ein historischer Schritt auf dem Weg der Industrialisierung einer fast 1130 Jahre alten Kulturlandschaft in die Geschichte des „Alten Testamentes“ eingehen könnte, wird von zahlreichen Bürgern geteilt. Aktuell interessant, dass während des Planungsprozesses mit der Intention einer Rücknahme eines anerkannten Erholungsgebietes an der Hellefelder Höhe in Stockum die Neuausweisung eines solchen betrieben wird. Mein Resümee: Die Bevölkerung des „Alten Testamentes“ hat Anspruch auf klare, verbindliche politische Antworten zu den Fragen der Zukunftsentwicklung ihrer Wohnorte in der östlichen Randregion unserer Stadt.


Willi Vogt,
Altenhellefeld