„Cybermobbing kann Leben zerstören“
21.03.2011 | 15:00 Uhr 2011-03-21T15:00:00+0100
Sundern.Bei „Cybermobbing“ zucken viele nur mit den Schultern. Um Abhilfe zu schaffen, starten Stadt Sundern und Hauptschule Sundern, in Kooperation mit dem Verein „Sicheres Netz hilft“, in Kürze ein umfangreiches Projekt.
„Lisa treibt es mit jedem, der auf der Straße rumläuft“ muss eine junge Frau über sich im Internet lesen - wer ihr das angetan hat, kann sie nur vermuten. Von Bekannten darauf angesprochen, von Mitschülern verhöhnt, verzweifelt Lisa zunehmend - doch was kann sie tun? Wer kann ihr helfen?
Markus Wortmann ist jemand, der Hilfe organisiert. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins „Sicheres Netz hilft“ engagiert sich für „saubere“ Neue Medien - denn aus seinem Alltag als Polizeiwissenschaftler weiß er, dass „Cybermobbing“ eine immer stärker an Bedeutung gewinnende Form der Kriminalität ist; seine Ziele lauten daher Sensibilisierung und Vorbeugung.
„Hier in Sundern wird gehandelt, die Stadt hat echten Vorbildcharakter“, lobte er bei seinem Besuch aus Anlass der Präsentation des Projekts „Gemeinsam für ein besseres Netz“, zu dem sein Verein 3500 Euro beisteuert. Treibende Kraft ist Mirjam Schindler vom heimischen Jugendamt.
Mit den Präventionstagen an der Hauptschule vom 6. bis 8. April hofft sie, eine möglichst breite Öffentlichkeit mit dem Begriff „Cybermobbing“ - „absichtliches Beleidigen, Belästigen, Bedrohen oder Bloßstellen anderer mit modernen Kommunikationsmitteln“ - vertraut zu machen.
Damit das gelingt, sind nicht nur die Hauptschüler im Boot, sondern auch ihre Lehrer und das Elternnetzwerk Sundern. Außerdem werden die Ergebnisse der zweitägigen Workshops am Freitag, 8. April, während einer Abschlussveranstaltung in der Westenfelder Schützenhalle präsentiert.
Bei freiem Eintritt sind ab 14 Uhr alle Interessierten eingeladen, sich zu informieren und außerdem ein tolles Unterhaltungsprogramm zu erleben. Dazu gehören neben dem Gesangsauftritt des Sunderner „Supertalents“ Andrea Renzullo ein Theaterstück zum Thema sowie reichlich Musik.
Wie wichtig Prävention und Aufklärung in diesem Bereich sind, weiß Bernd Bruns aus seiner beruflichen Erfahrung:
„Das Thema wird immer raumgreifender, oft werden Folgen dieser Mobbereien mit den Fäusten auf dem Schulhof ausgetragen“, berichtet der Rektor der Hauptschule. Daher war er sofort begeistert, als Mirjam Schindler ihn kontaktierte. „Wir haben ja auch eine Erziehungspflicht“, so der Pädagoge, der „Handlungsbedarf bei uns, aber auch an anderen Schulen“ sieht.
Das Projekt mit seiner Fülle an Referenten soll nachhaltig genutzt werden: „Wir wollen diese Thematik langfristig in unser Schulprogramm integrieren und Schüler zu Beratern ausbilden“, blickt Bernd Bruns bereits in die Zukunft.
Die Bedeutung des Themas erkannt hat auch Detlef Lins: Sunderns Bürgermeister wird den als öffentliche Veranstaltung der Stadt Sundern ausgeflaggten Präsentationstag offiziell eröffnen. Dann haben sich zahlreiche Sunderner - junge und ältere - bereits intensiv mit Cybermobbing auseinandergesetzt - und sind sich (hoffentlich) der Konsequenzen für Mobber wie Gemobbte bewusst: „Cybermobbing kann Leben zerstören!“
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