CDU Sundern entzieht Lins das Vertrauen

Ein Bild aus Tagen voller Hoffnung im Jahre 2008: Damals stellte Stefan Lange (rechts) den Kandidaten für das Bürgermeisteramt vor, am Donnerstag entzog man Detlef Lins das Vertrauen und will einen anderen nominieren.
Ein Bild aus Tagen voller Hoffnung im Jahre 2008: Damals stellte Stefan Lange (rechts) den Kandidaten für das Bürgermeisteramt vor, am Donnerstag entzog man Detlef Lins das Vertrauen und will einen anderen nominieren.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Nachrichten überschlagen sich: Fakt ist aber, Detlef Lins wird bis zum 20. Oktober der gewählte Bürgermeistervon Sundern bleiben. Dann folgt ein neuer Mann oder eine neue Frau. Die CDU beginn nun mit der Findungsphase des Kandidaten.

Sundern..  Die Christdemokraten aus Sundern haben am Donnerstag eine wichtige Entscheidung getroffen: Die Wege von Bürgermeister Detlef Lins (49) und der CDU trennen sich. Somit endet die Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters am 20. Oktober.

Die Gerüchteküche in der Stadt hatte seit einigen Tagen die Geschäftigkeit bei der CDU weitergetragen. Mit einer Mail um 13.13 Uhr, die Uhrzeit symbolisiert auf ganz eigenartige Weise die Dramatik, wurde aus den Gerüchten, die schon seit geraumer Zeit in Sundern kursieren, eine Gewissheit: Die CDU will zur Bürgermeisterwahl am 13. September mit einem neuen Kandidaten antreten, der nicht mehr Detlef Lins heißt. Gleichzeitig beginnt nun ein Verfahren zur Findung eines Kandidaten oder einer Kandidatin, der/die am 13. September für die CDU antreten wird.

Weitreichender Schritt

Diesen weitreichenden Schritt begründet Stefan Lange, CDU-Fraktionschef und Vorsitzender des Stadtverbandes, in einer Mail an unsere Redaktion so: „Der amtierende Bürgermeister Detlef Lins soll nach Willen des Vorstandes nicht erneut als Kandidat der CDU für das Amt des Bürgermeisters nominiert werden.“

Die CDU berichtet weiter, dass Bürgermeister Lins in einer der vorhergehenden Sitzung vorgeschlagen hatte, bis Mitte April mit einer Entscheidung über die Kandidatur abzuwarten. Sollte bis dahin das Ermittlungsverfahren wegen der Insolvenzen der Gastwelten GmbH bzw. der Sundern Projekt GmbH von der Staatsanwaltschaft Arnsberg nicht eingestellt worden sein, wolle er selbst den Verzicht auf eine Kandidatur erklären. Doch die junge CDU-Spitze um Stefan Lange und Sebastian Booke stellt sich offenbar das Wahlkampf-Jahr anders vor: „Der CDU-Vorstand hält diesen Zeitpunkt jedoch für zu spät, um möglicherweise eine neue Kandidatin bzw. einen neuen Kandidaten aufzubauen“, begründet Stefan Lange für den Vorstand den endgültigen Schnitt: „Wir sind überzeugt, dass der Bürgermeister durch ein Fehlverhalten Dritter Teil des Ermittlungsverfahrens geworden ist und gehen davon aus, dass alle Vorwürfe gegen ihn fallen gelassen werden. Gleichzeitig wollen wir mit einem personellen Neuanfang Vertrauen zurückgewinnen, das in Teilen der Bevölkerung verloren gegangen ist“, sieht man Lins nicht als Schuldigen in der Gastwelten-Affäre. Schließlich gibt es aber auch noch Positives von der CDU: „Wir danken Detlef Lins für seinen Einsatz für die Stadt Sundern und deren Bürgerinnen und Bürger.“

Keine persönliche Äußerung

Eine persönliche Äußerung von Detlef Lins gab es gestern nicht gegenüber unserer Zeitung. In einer Mail zeigte sich der Bürgermeister enttäuscht über den Vorgang: „Im Zuge der Insolvenzen wurden vor geraumer Zeit auch Ermittlungen gegen mich initiiert, die aus meiner Sicht jedoch absolut haltlos sind. Auf die Zeitabläufe dieses Verfahrens habe ich leider keinen Einfluss.“ Lins berichtet, dass sein Anwalt in Kürze den Antrag auf Einstellung des Verfahrens nach erfolgter Akteneinsicht stellen wird. Daraus habe der Vorschlag resultiert am 15. April sich abschließend gegenüber der Öffentlichkeit zu erklären: „Entweder konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt die Einstellung des Verfahrens erreichen oder ich hätte öffentlich erklärt, dass ich für eine weitere Amtsperiode aufgrund des dann noch laufenden Verfahrens nicht zur Verfügung stehe.“

Lins erklärt weiter, dass dieser Tag von Verfahrensbeteiligten als der frühestmögliche Termin für eine abschließende Entscheidung genannt wurde. „Nach Auskunft von Wahlkampfexperten ist der Vorschlag fair und ein Wahlkampf in fünf Monaten für einen möglichen anderen Kandidaten in jedem Falle möglich. Leider hat der Stadtverbandsvorstand in seiner Sitzung diesen Vorschlag mehrheitlich abgelehnt. Ich muss dies zur Kenntnis nehmen, bin hierüber jedoch sehr enttäuscht. Ich möchte allen Bürgerinnen und Bürgern versichern, dass ich mich bis zum 20. Oktober 2015 – wie in den vergangenen 31 Jahren auch – mit größtem Einsatz für die Belange meiner Heimatstadt Sundern einsetzen werde.“