Brodel überzeugt in Sundern

Zukunftskommission und die fünf Parteien haben sich für Ralph Brodel entschieden.
Zukunftskommission und die fünf Parteien haben sich für Ralph Brodel entschieden.
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Was wir bereits wissen
Den 10. Juni 2015 sollte man als Datum in Erinnerung behalten. Der Tag ist geschichtsträchtig. Das finden zumindest die Mitglieder der Zukunftskommission von SPD, FDP, WISU, Grünen und Linken so

Hachen..  Den 10. Juni 2015 sollte man als Datum in Erinnerung behalten. Der Tag ist geschichtsträchtig. Das finden zumindest die Mitglieder der Zukunftskommission von SPD, FDP, WISU, Grünen und Linken so. Als am späten Mittwochabend die fünf Wahlparteitage sich mit 5:0 für Ralph Brodel entschieden hatten, knallten die Sektkorken.

Dabei hatte den ganzen Tag eine ungefähre Ungewissheit über dem Sport- und Tagungszentrum am Hachener Holthahn gehangen. Denn die neun Kommissionäre waren sich nicht komplett sicher, wie die Basis den Kandidaten sehen würde. „Für uns war er von Anfang an überzeugend rübergekommen“, sagte gestern Siegfried Huff von den Linken auf Anfrage. Und so wich nach dem guten Ergebnis die Anspannung einer großen Freude.

Erste Aufgabe gemeistert

Die erste Aufgabe ist somit gemeistert: „Alte Strukturen sind damit aufgebrochen“, sagt Hans Klein (WISU). Und auch die Liberalen fanden, so Rüdiger Laufmöller, kurz bevor sich die Parteien zurückzogen: „Ich war am Anfang skeptisch, ob die Arbeit in der Kommission gelingt. Dann stellte man fest: Die andern beißen nicht, die riechen auch nicht anders.“

„Wir haben einen Kandidaten gesucht, und wir haben einen Kandidaten gefunden“, betonte Serhat Sarikaya, Stadtverbandsvorsitzender der Sozialdemokraten, zu Beginn des Abend. Er nannte dann nochmals die lange Liste der Ansprüche an den Kandidaten in dem bundesweit einzigartigen Zukunftsverfahren: „Wir sind sicher, Ralph Brodel wird alle Ansprüche erfüllen.“ Persönlich fügte er hinzu: „Ich bin begeistert und bewegt, dass wir uns auf einen Kandidaten einigen konnten.“

Jetzt werde man die Ärmel hochkrempeln und den Wechsel in Sundern herbeiführen. Schließlich betonet Sarikaya, dass die Parteizugehörigkeit keine Rolle gespielt habe. Ralph Brodel selbst ist Gemeinderatsmitglied in seiner Heimatkommune Schermbeck im Kreis Wesel, für die SPD: „Ich bin schon seit über 26 Jahren Parteimitglied“, legte er auf Nachfragen der FDP dar. Der gelernte Versicherungskaufmann und studierte Diplom-Sozialarbeiter zeigte auf, dass er Kommunikation als das wichtigste Instrument in der Politik erachte: „Ich möchte echte Zuwendung, gelebten Gemeinsinn und ungeschminkte Wahrheit“, informierte er. Vor allem das „immer weiter so“ in alten Schienen müsse beendet werden, denn es sei Erstarrung. Faktoren, die man beachten müsse, seien der demographische Wandel, die Globalisierung, die Haushaltsnöte, die Verschiebung von Aufgaben von oben zur kommunalen Ebene, die Entpolitisierung und der wachsenden Egoismus. „Es gilt zu verhindern, dass die Gräben immer tiefer werden. Und dabei ist Kommunikation wichtig“, so Brodel.

Sundern als Bürgerkommune

Dazu müsse man überlegen, wer man in Sundern eigentlich sein will: Der Tourismus-Magnet, die Kleingewerbe-Idylle oder Deutschlands attraktivste Gemeinde für Senioren: „Das müssen wir kommunizieren.“ Als Beispiel nannte Brodel die Neuansiedlung von neuen Gewerbebetrieben: „Jeder, der einen neuen Standort sucht, muss wissen, dass es Sundern gibt.“

Der demographische Wandel sei eine Herausforderung und lasse sich nutzen: „Er ist ein Potential, zum Beispiel durch Seniorengenossenschaften.“ Die Stadt möchte er in eine Bürgerkommune umwandeln: „Dazu müssen wir in diesem Modell alle relevanten gesellschaftlichen Teile einbinden. Und die vielfältigen Einflüsse gleich mitdenken.“