Ausschreibung für Bürgermeister-Kandidaten in Sundern

Die gestalterische Mehrheit im Stadtrat Sundern sucht neuen BM-Kandidaten in Sundern
Die gestalterische Mehrheit im Stadtrat Sundern sucht neuen BM-Kandidaten in Sundern
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Was wir bereits wissen
Sie nennen sich selbst die gestalterische Mehrheit, da SPD, FDP, WISU, Grüne und die Linke zusammen die Mehrheit im Rat haben (22 von 40 Sitzen). Und sie suchen einen Bürgermeister, gemeinsam. Das ist neu.

Sundern.. Sie nennen sich selbst die gestalterische Mehrheit, da SPD, FDP, WISU, Grüne und die Linke zusammen die Mehrheit im Rat haben (22 von 40 Sitzen). Und Michael Stechele von der SPD findet, dass die gemeinsame Suche von fünf Parteien nach einem Bürgermeister-Kandidaten sogar bundesweit eine erstmalige Sache sei. Den Namen für diese Mehrheit eines politisch äußerst breiten Spektrum müsse man noch finden. „Der Weg bis hier hin war nicht einfach“, gesteht dann auch FDP-Fraktionschef Rüdiger Laufmöller. Und er wird weiter schwierig, denn es gilt viel abzustimmen (siehe Infobox), bis der oder die Bürgermeister-Kandidat/in gefunden ist.

Ab Samstag Bewerbung online

Deshalb hat man der Tagung der Findungskommission auch eine bundesweite Ausschreibung vorgeschoben: „Ab Samstag ist die Ausschreibung auf den Homepages der fünf Parteien zu finden“, berichtet Serhat Sarikaya, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes. Danach wird sie bundesweit in den Medien veröffentlicht. Die Chance, dass sich eine geeignete Person findet, schätzen die fünf Parteien hoch ein, aber nicht alle sind 100-prozentig überzeugt. Am Ende soll aber eine Person gefunden werden, die die Entwicklung der Stadt vor­antreiben kann, die kommunale Selbstverwaltung kann, die eine verantwortungsvolle Persönlichkeit darstellt und die auf Augenhöhe mit den Bürgern Politik gestalten kann.

Verkrustung beseitigen

In der Sicht der fünf Parteien ist der 10. April 2015 ein Wendepunkt in der Geschichte der Stadt Sundern: „Eine Wahl mit nur einem Kandidaten, ist keine Wahl“, findet Rüdiger Laufmöller. „Wir haben die einmalige Gelegenheit, die verkrusteten Strukturen zu beseitigen. Deshalb nutzen wir die Chance, und bündeln alle Kräfte auf einen Kandidaten/in.“ Die FDP stelle dabei Schuldenabbau und Wirtschaftsförderung in den Fokus.

„Dieser sonnige Tag ist bestens geeignet, Sundern in eine bessere Zukunft zu führen“, fand Hans Klein, WISU-Fraktionschef. Der Wille der Bürgerschaft, in der Gemeindeordnung verankert, sei in Sundern oft vergessen worden. Am 13. September könne nun ein Wechsel vollzogen werden, der durch die Kommunalwahl schon eingeleitet worden sei. Und auch Siegfried Huff von den Linken sieht: „Ein Wechsel muss nun konsequent zu Ende gebracht werden.“ Er legt vor allem Wert auf die Lösung der Probleme mit den Tochtergesellschaften der Stadt. Es gehe aber auch darum, welche Mittel diese besitzen und wie hoch ihre Erträge seien.

„Die Mehrheitsfraktion hat uns einen Scherbenhaufen hinterlassen“, sieht der grüne Fraktionsvorsitzende Antonius Becker. Sunderns Ruf sei ruiniert. Für ihn sind Schwerpunkte die Sparmaßnahmen, ohne die der Haushalt nicht konsolidiert werden könne, und neue Einnahmequellen etwa durch Energie-Genossenschaften. „Der neue Mann oder die neue Frau muss das Ohr an der Bevölkerung haben“, ist sein größter Wunsch. „Wir wollen einen Bürgermeister und keinen Verwaltungsmeister.“

Ortsnahe Versorgung wichtig

Die soziale Stadt soll der neue Mann oder die neue Frau fördern. Das ist die Kernkompetenz, die SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Stechele einfordert. Bei keinem anderen Thema werde derzeit deutlicher, ob die Daseinsfürsorge funktioniere. Er nennt dann die Jugendhilfekosten, die man mit sinnvollen Maßnahmen bremsen könne, Flüchtlinge bzw. Asylanten, die man beim Fachkräftemangel als probates Mittel sehe und weitere andere Aspekte wie Barrierefreiheit sowie die ortsnahe Versorgung in der Stadt.