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Auf nassen Pfaden um den See

03.10.2007 | 15:45 Uhr

Langscheid. Wie vor 700 Jahren fühlten sich die Schnadegängerinnen bei der Jubiläumsgrenzkontrolle: "Nur, dass die edlen Damen da noch durch den Matsch getragen wurden!"

Angesichts tiefer Schlammfurchen und unbefestigter Straßen entstand bei den Langscheider Wanderfrauen der Eindruck einen historischen Schnadegang mitzuerleben: "Wenn sich eine Kutsche damals hier auf Langscheids unbefestigten Wegen festgefahren hatte, dann trug der Mann die Damen eben über Stock und Stein. Heute ist das alles anders." Insgesamt fast 80 Teilnehmer kämpften sich ihren Weg durch die von Kyrill geschädigten Wälder. Besonders aber den Kindern machte die matschige Wanderung Spaß.

Ortsvorsteher Michael Pellmann zeigte als Wanderführer der Jubiläumsschnad, wo es lang ging, zunächst Richtung Mellen bis ins Flasbachtal. An der dortigen Grenze Langscheids zum Nachbarort Hövel sollten sich die Schnadegänger schließlich erneut in die Vergangenheit versetzt fühlen. "Früher, im Herzogtum Westfalen, waren Grenzsteine überall üblich und deren Kontrolle aber auch. Wir stellen nun anlässlich unserer 700 Jahrfeier, in alter Tradition wieder einen Schnadegrenzstein auf", erklärte Peter Wortmann, Wanderwart des SGV Langscheid. Michaell Pellmann grinste: "Damit die Kuh aus Hövel nicht das Gras aus Langscheid frisst!" Er enthüllte gemeinsam mit seinem Höveler Kollegen Ferdi Lehmann den Stein.

Nach dieser symbolischenHandlung sahen die Langscheider und Höveler laut Peter Wortmann einen "orginal Perlmühle-Grauwacke-Kawensmann". Auf dem 350 Kilogramm schweren, einen Meter hohen und 70 Zentimeter breiten Stein aus dem Steinbruch Mimberg in Hachen ist eine Tafel mit den beiden Ortswappen befestigt. Gestiftet wurde die Grenzmarke von der SGV-Abteilung und Ortsvorsteher Pellmann.

Bevor die Schnadegänger dann weiter durch den Matsch marschierten, gab es den eigens zum 700-jährigen Freiheitsjubiläum kreierten "Turmgeist"-Schnaps als Stärkung mit auf den Weg. Denn es lagen noch gut fünf Stunden Wanderung vor den Dorfbewohnern, bei allerdings blauem Himmel. Die insgesamt 15 Kilometer lange Strecke führte weiter zum Drei-Länder-Eck, wo die Schnadegänger aus Hachen, Stemel und Enkhausen zu den Langscheidern stießen. "Am Stück" stand dann das Treffen mit den Wanderen aus Sundern, Stockum und Amecke an. Weiter ging es zum Sorpesee, der mit der MS "Sorpesee" überquert wurde, um zum "Zeltplatz 3" zu gelangen. Abschluss des Wandertags war dann an der Krähenbrinkhütte.

Von Carina Zappe

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