Auf den Spuren der Auswanderer

Zehn Stockumer Handwerker besuchten die Neuhaus-Nachfahren in Louisville.
Zehn Stockumer Handwerker besuchten die Neuhaus-Nachfahren in Louisville.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Auf den Spuren der Stockumer Auswanderer von 1844 wandelten jetzt zehn Stockumer Handwerker. Und so führte der Ausflug diesmal ein bisschen weiter, genau nach Louisville im US-Bundesstaat Kentucky.

Stockum/Louisville..  Auf den Spuren der Stockumer Auswanderer von 1844 wandelten jetzt zehn Stockumer Handwerker. Und so führte der Ausflug diesmal ein bisschen weiter, genau nach Louisville im US-Bundesstaat Kentucky.

Dorthin war die Familie Neuhaus, nachdem sie ihr Haus an die Stockumer Kirchengemeinde verkauft hatte, mit zehn Kindern über Bremerhaven ausgewandert. Dann verloren sich irgendwann die Spuren, bis 2012 ein Ehepaar der Nachkommen in Stockum auftauchte, um im Pfarrarchiv Ahnenforschung zu betreiben und die alte Heimat Stockum kennenzulernen. „So entstand ein intensiver Kontakt, der weiter gepflegt wurde“, so Ortsvorsteher Reimund Klute.

Elternhaus abgerissen

Nachdem nun das ehemalige Haus der Familie Neuhaus wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, entstand bei den Handwerkern die Idee, einige Steine als Andenken in die USA zu bringen. Gesagt, getan: Schon am Flughafen wurden sie mit „Willkommen Stockumer“ von mehreren Neuhaus-Nachkommen sowie Dolmetschern begrüßt.

„Es waren mehrere Nachkommen der ehemaligen Auswanderer extra nach Louisville angereist, um uns beim Programm zu begleiten und dabei viel über die alte Heimat zu erfahren“, erzählt Klute. Untergebracht waren sie im „Galt-House“, dem besten Hotel der Stadt mit 1310 Zimmern. Nach einer Stadtrundfahrt bat dann Greg Fischer die Stockumer zum Gespräch. Er ist auch ein Neuhaus-Nachkomme und derzeit Bürgermeister der 1,3-Millionen-Stadt.

Duales System kopieren

Fischer wollte mehr über das duale Ausbildungssystem im Handwerk hören: „Er sitzt mit Präsident Barrack Obama in einer Gruppe, die unser System in Amerika kopieren wollen.“ Danach wurden die Stockumer Teilnehmer mit besonderen Urkunden zu Ehrenbürgern von Louisville ernannt. Klute erhielt einen symbolischen, goldenen Schlüssel der Stadt Louisville.

Bier, Bratwurst und Lederhose

Weitere Stationen waren das Kentucky-Derby. eine Bourbon-Destilliere und eine Fabrik für Baseballschläger. „Bei deutschem Bier, Liedern, Bratwurst mit Sauerkraut und Lederhosen mit Filzhüten haben wir dann im Deutsch-Amerikanischen Club ausgiebig gefeiert“, erinnert sich Klute. Beim Empfang bei der Bürgermeister-Mutter, Mary Lee-Fischer, auf einer großer Dachterrasse im 26. Stock über Ohio klang der Besuch aus. „Bei der Verabschiedung bedankte man sich für die Eindrücke, das aus einem Stein des ehemaligen Hauses aus Stockum gemeißelte Modell und die Steinscheiben für die einzelnen Familien. Man merkte, wie sehr die Amerikaner ihre Geschichte ihre Wurzeln kennenlernen wolle“, zieht Klute ein Fazit.