35-Jähriger schlägt Kontrahenten Bierflasche über den Kopf

Sundern..  Der 35-jährige selbstständige Kaufmann aus Sundern bestritt vor dem Amtsgericht den Vorwurf der Staatsanwältin, einen 45-Jährigen Sunderner mit einer Flasche auf den Hinterkopf geschlagen zu haben, bis zum Ende der Verhandlung.

In der Nacht des 7. Juli 2014 kam es zwischen dem Angeklagten und dem 45-jährigen Besucher des Schützenfestes in Sundern in der ­Toilette der Schützenhalle zunächst zu einem verbalen Streit, weil einer den anderen von einem Handwaschbecken wegschubsen wollte. „Was macht der Türke auf dem Schützenfest“, soll der 45-Jährige den Angeklagten provoziert haben. „Ich bin auf die Beleidigung nicht eingegangen, wurde aber ohne jeglichen Grund von einem anderen Mann ins Gesicht geschlagen“, erklärte der ­35-Jährige dem Gericht.

Er habe dann über den Schützenhof das Fest verlassen wollen, dort stellten sich aber zwei Kontrahenten in den Weg, was ihn veranlasste, auf seine in der Hand gehaltene Flasche hinzudeuten, um deutlich zu machen, dass er sich gegebenenfalls wehren könne. Er habe dann einen der Männer weggestoßen, um seinen Weg fortsetzen zu können. Mehr sei damals nicht gewesen, geschlagen habe er auf keinen Fall.

Beule am Hinterkopf

Wie kam der 45-Jährige dann an die attestierte Verletzung (Beule und Hämatom an seinem Hinterkopf), die ihm zwei Wochen Schmerzen verursacht hatte? Der Geschädigte wollte den Spruch mit dem „Türken beim Schützenfest“ nicht geäußert haben. Er gab an, nach der Rangelei in der Toilette mit Freunden auf dem Schützenhof gestanden zu haben, als er von hinten drei Schläge mit einem harten Gegenstand auf den Kopf erhielt. Er drehte sich um und erkannte den Angeklagten.

Weitere Zeugen hatten den Vorfall beobachtet und belasteten den 35-Jährigen vor Gericht. Wegen dieser übereinstimmenden Aussagen und der attestierten Kopfverletzung ­hatten weder Staatsanwältin noch Richterin Zweifel an dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung. Dass die Verletzung durch eine von einem Unbekannten geworfene Flasche entstanden sein soll, so wie es der Angeklagte als möglich angab, hielten sie für weltfremd. Die Staatsanwältin beantragte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, die letztmalig noch zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Sie schlug dazu einen Antiaggressionskursus vor, denn der Angeklagte sei mehrfach und auch einschlägig vorbestraft. Die Richterin sprach eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten zur Bewährung aus und stellte fest, dass es keine Bedenken gebe, an den Aussagen der Zeugen zu zweifeln. Von Reue habe sie nichts bemerkt. Als Auflage gab es noch 500 Euro Geldbuße.