Zwei Tage Kita-Streik in Sprockhövel

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Was wir bereits wissen
Drei städtischen Kindertageseinrichtungen sind Dienstag und Mittwoch betroffen – die Kita Schee bietet am Dienstag aber noch eine Notgruppe an.

Sprockhövel..  Es wird gestreikt: Am Dienstag und Mittwoch bleibt die Musik-Kita Gedulderweg, das Ki-Faz Miteinander und die Natur-Kita Schee geschlossen. Insgesamt legen 38 Erzieherinnen und Erzieher ihre Arbeit nieder. Betroffen sind die Eltern von rund 230 Kinder.

Obwohl Verdi dazu aufgerufen hat, die Arbeit unbefristet niederzulegen, folgen die Sprockhöveler Erzieher dem nicht. „Dort sind zwar einige, aber nicht alle in der Gewerkschaft organisiert“, sagt Ina Hecht, Gewerkschaftssekretärin von Verdi Südwestfalen. „Und vielen fällt es auch schwer, ihre Arbeit niederzulegen, denn sie lieben ihren Beruf und wollen sich um die Kinder kümmern.“

Die Natur-Kita Schee versucht, den Streik ein wenig aufzufangen. Für Dienstag richtet sie eine Notgruppe ein, ausschließlich für Eltern, die ihre Kinder auch sonst in der Einrichtung betreuen lassen. „Drei oder vier Erzieher werden sich dann zwischen 7 und 16 Uhr um maximal 25 Kinder kümmern“, sagt Einrichtungsleiterin Cornelia Mühlböck. Die Vergabe der wenigen Plätze – in Schee betreuen sonst 14 Mitarbeitern 94 Kinder – werden auch nicht nach dem Prinzip vergeben: Wer zuerst kommt, malt zuerst. „Das klären wir in einem persönlichen Gespräch mit den Eltern, die Plätze werden dann nach Dringlichkeit vergeben.“ Am Mittwoch jedoch heißt es auch hier: Diese Einrichtung bleibt geschlossen.

Sylvia vom Sondern, Einrichtungsleiterin an der Musik-Kita Gedulderweg, geht ihren Beruf seit 40 Jahren nach. „Von den Eltern wird die Arbeit auch anerkannt“, sagt sie. „Die sehen, dass wir etwas machen und haben oft viel Verständnis für den Streik.“ Doch während der Beruf des Erziehers immer Umfangreicher werde, habe sich an der Bezahlung nichts geändert. Das könne sie durch ihre langjährige Berufserfahrung als Erzieherin durchaus beurteilen. Und daher gehe sie auch auf die Straße. In der Musik-Kita sind sonst 70 Kinder untergebracht, die von elf Mitarbeitern betreut werden.

Monika Süllow, Einrichtungsleiterin im Ki-Faz Miteinander mit 13 Mitarbeitern, die 66 Kinder betreuen, wünscht sich für die Erzieher-Karriere auch bessere, andere Aufstiegschancen. Die Karriere eines Erziehers sei recht kurz: „Kinderpfleger, Erzieher, Einrichtungsleiter.“ Es gebe zwar umfangreiche Ausbildungen, gerade in der Frühen Bildung und der Elementarpädagogik. „Eine höhere Qualifikation heißt aber nicht, dass es auch eine bessere Bezahlung gibt“. sagt sie. Da habe es einfach keine weitere Entwicklung gegeben. Der Beruf des Erziehers sei dagegen umfangreicher geworden.