Wohncontainer für Flüchtlinge

Ein Teil der Flüchtlinge ist im Gebäude am Timmersholt untergebracht, aber die Plätze werden knapp.
Ein Teil der Flüchtlinge ist im Gebäude am Timmersholt untergebracht, aber die Plätze werden knapp.
Foto: WAZ FotoPool

Sprockhövel..  Die Zahl der Flüchtlinge, die Sprockhövel zugewiesen werden, ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Es gibt zu wenig verfügbare Plätze. Die Verwaltung plant nun, Container aufzustellen, allerdings nur als Übergangslösung für maximal drei Jahre. Am 17. Februar steht das Thema auf der Tagesordnung einer von der SPD-Fraktion beantragten Sondersitzung des Rates.

„Die Zeit drängt“, sagt Evelyn Müller vom Sachgebiet Soziales und Integration. Ab Oktober habe der Zustrom stark zugenommen: „Zuvor kamen ein bis drei Flüchtlinge im Monat – nun sind es ein bis drei pro Woche.“ Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Derzeit leben laut Müller rund 145 Flüchtlinge in Sprockhövel. Untergebracht sind 90 von ihnen in den beiden Häusern am Timmersholt und an der Gevelsberger Straße, der Rest in angemieteten Privatwohnungen. „Unser Flüchtlingsbetreuer Michael Bergediek durchsucht die Wohnungsangebote, und bisher sind wir damit auch gut gefahren“, so Evelyn Müller. „Aber langsam kommen wir an die Grenzen des Wohnungsmarktes.“ Nochmals appelliert sie an Bürger, auf Leerstände hinzuweisen.

Schnell handeln ist angesagt, und die Planungen sind schon weit. Die Flüchtlinge sollen an der Flurstraße in Containern untergebracht werden. Dort soll Platz für 30 Personen geschaffen werden, der eventuell auf 60 zu erweitern sei. „So hätten wir wieder ein wenig Luft“, sagt Müller, die betont, dass die Container nur als Übergangslösung gedacht sind. Rechtlich könnten sie nur fünf Jahre stehen, die Verwaltung strebe drei Jahre an.

Europaweite Ausschreibung

Denn eines ist auch klar: Sollte sich die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge nicht verringern – und das ist nicht abzusehen – muss man bei ihrer Unterbringung ganz neu ansetzen. In den 1990er Jahren wurden viele Plätze geschaffen, die dann wieder abgebaut wurden, weil man sie nicht benötigte. Zum Beispiel, indem die Stadt Gebäude verkaufte.

Eingebunden in die Planungen ist auch die Zentrale Gebäudebewirtschaftung (ZGS). Deren Chef Ralph Holtze geht von davon aus, dass die Container bis Mai oder Juni stehen könnten. „Wir müssen das europaweit ausschreiben, und das dauert alleine sechs Wochen“, sagt er. Weitere sechs Wochen kalkuliert er für die Fertigung der Container. Zumindest seien das die Angaben der Hersteller. „Ich will die Menschen nicht in einer Turnhalle unterbringen“, sagt Holtze. „Das wäre für sie nicht in Ordnung und würde die Nutzung der Halle beeinträchtigen.“ Die Wohncontainer hingegen seien mit Heizung, Dusche, Toilette und Küche ausgestattet und wärmegedämmt.

Die Sozialdemokraten hatten die Sondersitzung beantragt, da sie sich nicht genug informiert fühlen. Evelyn Müller sagt, Bürgermeister Ulli Winkelmann habe die Fraktionsspitzen und Vertreter der Parteien ohne Fraktionsstatus in ihrem Beisein über den Sachstand informiert.